Zum zweiten Mal schreiben die Fürstlich und Gräflich
Fuggerschen Stiftungen gemeinsam mit dem Kernkompetenzzentrum Finanz- &
Informationsmanagement der Universität Augsburg ihren
Nachwuchsförderpreis aus.
Augsburg/KPP - Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der Wissenschaftspreis der
Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen und des
Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement der Universität
Augsburg ausgeschrieben und verliehen. Mit bis zu 10.000 Euro dotiert, ist
dieser "Fuggerpreis für die Wissenschaft" der Förderung von
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität
Augsburg gewidmet, deren Forschungen - vorrangig in den einschlägigen
Bereichen der Wirtschaftsinformatik, aber auch auf verwandten Gebieten -
geeignet sind, die Wirtschaft nachhaltig zu gestalten.
Gemeinsam mit dem Kernkompetenzzentrum für Finanz- &
Informationsmanagement der Universität Augsburg haben die Fürstlich
und Gräflich Fuggerschen Stiftungen im Jahr 2010 einen neuen
Wissenschaftspreis ins Leben gerufen. Von beiden Institutionen gemeinsam mit
insgesamt bis zu 10.000 Euro dotiert, die von der Preisträgerin bzw. vom
Preisträger "nur zum Zwecke weiterer öffentlicher Forschung zu
verwenden" sind, soll der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" alle zwei
Jahre an Nachwuchswissenschaftlerinnen oder -wissenschaftler gehen, die sich -
mit engem Bezug zur Universität Augsburg - in herausragenden
Forschungsarbeiten auch mit Aspekten der Nachhaltigkeit bzw. mit der sozialen
Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzen. Erstmals ging dieser Preis 2010
an den Wirtschaftsinformatiker Dr. Maximilian Röglinger. Er erhielt ihn
für seine wissenschaftlichen Leistungen und insbesondere für seine
Dissertation "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung
betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik", mit der er
im Herbst 2009 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der
Universität Augsburg mit summa cum laude promoviert hatte.
In der Tradition der Fuggerschen Studienstiftungen
Die Familie Fugger sieht ihr aktuelles wissenschaftsförderndes Engagement
in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die
Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz aus den Fuggerschen
Herrschaftsgebieten zu fördern und zu mobilisieren und ihr Studien an
damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder
Löwen zu ermöglichen. In diese Tradition gestellt werden kann auch das
Engagement von Joseph Ernst Fürst Fugger, der im Frühjahr 1966 jene
Initiativsitzung anregte, die in der Leonhardskapelle der Fuggerei der Idee
Universitätsgründung in Augsburg und der Realisierung dieser Idee
wesentliche Impulse gab.
Historische Krisenerfahrung und globalisierte Welt
Auch die fachliche Ausrichtung des Wissenschaftspreises stellt das
Gründungspapier in einen engen Zusammenhang mit der Geschichte des Hauses
Fugger: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger
sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es dort, würden zeigen, "wie
nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein
Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt
ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils
oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer
globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu
untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne
gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."
Neue Methoden ertrags- und risikoabwägender Investitionssteuerung
Die komplementäre Perspektive, in die die globale Finanzkrise weist, hat
wiederum die Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden im Blick,
mit deren Hilfe Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche in die Lage versetzt
werden, ihre Investitionen unter Berücksichtigung von Ertrag und Risiko zu
steuern. In der heutigen, vernetzten Welt reicht hier domänenspezifisches
Wissen allein nicht mehr aus, gefordert ist zunehmend vielmehr auch
interdisziplinäres Wissen, vor allem in den Bereichen des Finanz- und
Informationsmanagements sowie insbesondere der Wirtschaftsinformatik. Denn die
bereits gegebene und stetig zunehmende Komplexität kann nur durch
entsprechende neue Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements
innerhalb von Unternehmen und unternehmensübergreifend in
Wertschöpfungsnetzwerken beherrscht werden. Wenn Unternehmen sich sowohl
des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch
der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst wären, würde ein
der Finanzkrise vergleichbarer zukünftiger Einbruch entweder vermieden oder
er würde zumindest viel weniger Schaden anrichten.
Breites Spektrum von Fragestellungen
Vor diesem Hintergrund richtet sich der "Fuggerpreis für die Wissenschaft"
trotz seiner inhaltlich spezifischen Ausrichtung an Forschungsarbeiten zu einem
relativ breiten Spektrum von Fragestellungen und Herausforderungen:
Erkenntnisse
aus wirtschaftshistorischen Erfahrungen und handelstheoretischer Untersuchungen
zur Unterstützung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
Erkenntnisse
über ökonomische Zusammenhänge, die zu Krisen führen
können sowie über Maßnahmen zur Krisenreduktion und -vermeidung.
Hierbei sind insb. auch wirtschaftshistorische Untersuchungen mit
spieltheoretischen Methoden von Interesse.
Gestaltung
und Integration von robusten, finanzwirtschaftlichen Modellen
Messung und
Gestaltung von Ertrag und Risiko bisher vernachlässigter Unternehmenswerte
(z.B. Kunden, Projekte, Prozesse) mit dem Ziel robuster, schockresistenter
Unternehmensführung
Gestaltung
von Informationssystemen zur verbesserten unternehmensinternen und
unternehmensübergreifenden Steuerung von Erträgen und Risiken
Identifikation und Messung von Informationen zur Entscheidungsunterstützung
des Managements
Entwicklung
von IT-unterstützter Sensorik und Aktorik zur nachhaltigen und aktiven
Steuerung von Unternehmen
Management
der Verfügbarkeit und des (Preis-)Risikos von Ressourcen bei verschiedenen
Marktformen (z.B. Monopol, Oligopol)
Entwicklung
innovativer Methoden der Preisgestaltung und Ertrags-/Risikooptimierung
Erkenntnisse
über Vor- und Nachteile der Gestaltungsalternativen von Stiftungen, die
unternehmerisch tätig sind, bzgl. einer nachhaltigen
Wirtschaftsentwicklung
Erkenntnisse
über ökonomische Zusammenhänge, die in einer globalisierten Welt
zu einer staatlichen Überschuldung führen können sowie
Maßnahmen zur Vermeidung von Staatskonkursen
Vom Wirtschaftsinformatiker über den Wirtschaftswissenschaftler bis zum
Wirtschaftshistoriker
"Mit dem Fuggerpreis", betont Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, der Leiter des
Augsburger Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement, "werden
unsere qualifizierten Nachwuchsleute aus der Wirtschaftsinformatik und den
Wirtschaftswissenschaften ebenso angesprochen wie junge Forscherinnen und
Forscher, die wirtschaftshistorischen Fragestellungen nachgehen oder die im
Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens an unserem neuen Institut für
Materials Resource Managements an brennenden Fragen des nachhaltigen Umgangs mit
knappen Rohstoffen arbeiten. Mit diesem Preis schaffen wir Anreize, die unseren
qualifizierten Forschungsnachwuchs stimulieren sollen. Zudem wollen wir mit
einem solch attraktiven Preis auch die Studierenden unserer
wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zur Mitarbeit an
Forschungsprojekten motivieren, um sie auf diese Weise frühzeitig an die
Wissenschaft heranzuführen."
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Bewerbungen ...
... für den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2012 sind bis zum 31.
März 2012 zu richten an:
Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl
Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Mit der Bewerbung sind folgende Unterlagen einzureichen:
ein
Empfehlungsschreiben der vorschlagenden Wissenschaftlerin bzw. des
vorschlagenden Wissenschaftlers
den
Lebenslauf der bzw. der vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlerin bzw. des
vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlers
die dem
Vorschlag zu Grunde liegende(n) Arbeit (en)
Gutachten zu
den dem Vorschlag zu Grunde liegende(n) Arbeit(en), wobei im Falle von
Abschlussarbeiten das Gutachten der Prüferin/des Prüfers vorzulegen
ist und bei wissenschaftlichen Publikationen die Gutachten der bei der
jeweiligen Zeitschrift/Tagung hinzugezogenen Wissenschaftler/innen sowie eine
Stellungnahme der vorschlagenden Wissenschaftlerin bzw. des vorschlagenden
Wissenschaftlers
ggf. ein
Rohkonzept zur geplanten Verwendung des Preisgeldes im Rahmen öffentlicher
Forschungsarbeiten oder -vorhaben.
Über die Vergabe des Preises entscheidet ein fünfköpfiges
Gremium, dem neben Alexander Graf Fugger-Babenhausen und Wolf-Dietrich Graf von
Hundt als Repräsentanten der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen
Stiftungen ein Mitglied der Augsburger Universitätsleitung sowie für
das Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement Prof. Dr. Hans
Ulrich Buhl und Prof. Dr. Marco M Meier angehören.
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Kontakt und weitere Informationen zur Ausschreibung und Satzung:
Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl
Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-4800 oder -4801
hans-ulrich.buhl@wiwi.uni-augsburg.de
http://www.wi-if.de
http://www.fim-online.eu