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Pressemitteilung 31/2012

31/12 - 4. Februar 2012

Bewerbungsschluss am 31. März 2012:

Fuggerpreis für die Wissenschaft 2012

Zum zweiten Mal schreiben die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen gemeinsam mit dem Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement der Universität Augsburg ihren Nachwuchsförderpreis aus.

Augsburg/KPP - Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der Wissenschaftspreis der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen und des Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement der Universität Augsburg ausgeschrieben und verliehen. Mit bis zu 10.000 Euro dotiert, ist dieser "Fuggerpreis für die Wissenschaft" der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Augsburg gewidmet, deren Forschungen - vorrangig in den einschlägigen Bereichen der Wirtschaftsinformatik, aber auch auf verwandten Gebieten - geeignet sind, die Wirtschaft nachhaltig zu gestalten.

Gemeinsam mit dem Kernkompetenzzentrum für Finanz- & Informationsmanagement der Universität Augsburg haben die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen im Jahr 2010 einen neuen Wissenschaftspreis ins Leben gerufen. Von beiden Institutionen gemeinsam mit insgesamt bis zu 10.000 Euro dotiert, die von der Preisträgerin bzw. vom Preisträger "nur zum Zwecke weiterer öffentlicher Forschung zu verwenden" sind, soll der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" alle zwei Jahre an Nachwuchswissenschaftlerinnen oder -wissenschaftler gehen, die sich - mit engem Bezug zur Universität Augsburg - in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Aspekten der Nachhaltigkeit bzw. mit der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzen. Erstmals ging dieser Preis 2010 an den Wirtschaftsinformatiker Dr. Maximilian Röglinger. Er erhielt ihn für seine wissenschaftlichen Leistungen und insbesondere für seine Dissertation "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik", mit der er im Herbst 2009 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg mit summa cum laude promoviert hatte.

In der Tradition der Fuggerschen Studienstiftungen

Die Familie Fugger sieht ihr aktuelles wissenschaftsförderndes Engagement in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und zu mobilisieren und ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In diese Tradition gestellt werden kann auch das Engagement von Joseph Ernst Fürst Fugger, der im Frühjahr 1966 jene Initiativsitzung anregte, die in der Leonhardskapelle der Fuggerei der Idee Universitätsgründung in Augsburg und der Realisierung dieser Idee wesentliche Impulse gab.

Historische Krisenerfahrung und globalisierte Welt

Auch die fachliche Ausrichtung des Wissenschaftspreises stellt das Gründungspapier in einen engen Zusammenhang mit der Geschichte des Hauses Fugger: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es dort, würden zeigen, "wie nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."

Neue Methoden ertrags- und risikoabwägender Investitionssteuerung

Die komplementäre Perspektive, in die die globale Finanzkrise weist, hat wiederum die Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden im Blick, mit deren Hilfe Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche in die Lage versetzt werden, ihre Investitionen unter Berücksichtigung von Ertrag und Risiko zu steuern. In der heutigen, vernetzten Welt reicht hier domänenspezifisches Wissen allein nicht mehr aus, gefordert ist zunehmend vielmehr auch interdisziplinäres Wissen, vor allem in den Bereichen des Finanz- und Informationsmanagements sowie insbesondere der Wirtschaftsinformatik. Denn die bereits gegebene und stetig zunehmende Komplexität kann nur durch entsprechende neue Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements innerhalb von Unternehmen und unternehmensübergreifend in Wertschöpfungsnetzwerken beherrscht werden. Wenn Unternehmen sich sowohl des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst wären, würde ein der Finanzkrise vergleichbarer zukünftiger Einbruch entweder vermieden oder er würde zumindest viel weniger Schaden anrichten.

Breites Spektrum von Fragestellungen

Vor diesem Hintergrund richtet sich der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" trotz seiner inhaltlich spezifischen Ausrichtung an Forschungsarbeiten zu einem relativ breiten Spektrum von Fragestellungen und Herausforderungen:

o Erkenntnisse aus wirtschaftshistorischen Erfahrungen und handelstheoretischer Untersuchungen zur Unterstützung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
o Erkenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die zu Krisen führen können sowie über Maßnahmen zur Krisenreduktion und -vermeidung. Hierbei sind insb. auch wirtschaftshistorische Untersuchungen mit spieltheoretischen Methoden von Interesse.
o Gestaltung und Integration von robusten, finanzwirtschaftlichen Modellen
o Messung und Gestaltung von Ertrag und Risiko bisher vernachlässigter Unternehmenswerte (z.B. Kunden, Projekte, Prozesse) mit dem Ziel robuster, schockresistenter Unternehmensführung
o Gestaltung von Informationssystemen zur verbesserten unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Steuerung von Erträgen und Risiken
o Identifikation und Messung von Informationen zur Entscheidungsunterstützung des Managements
o Entwicklung von IT-unterstützter Sensorik und Aktorik zur nachhaltigen und aktiven Steuerung von Unternehmen
o Management der Verfügbarkeit und des (Preis-)Risikos von Ressourcen bei verschiedenen Marktformen (z.B. Monopol, Oligopol)
o Entwicklung innovativer Methoden der Preisgestaltung und Ertrags-/Risikooptimierung
o Erkenntnisse über Vor- und Nachteile der Gestaltungsalternativen von Stiftungen, die unternehmerisch tätig sind, bzgl. einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung
o Erkenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die in einer globalisierten Welt zu einer staatlichen Überschuldung führen können sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Staatskonkursen

Vom Wirtschaftsinformatiker über den Wirtschaftswissenschaftler bis zum Wirtschaftshistoriker

"Mit dem Fuggerpreis", betont Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, der Leiter des Augsburger Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement, "werden unsere qualifizierten Nachwuchsleute aus der Wirtschaftsinformatik und den Wirtschaftswissenschaften ebenso angesprochen wie junge Forscherinnen und Forscher, die wirtschaftshistorischen Fragestellungen nachgehen oder die im Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens an unserem neuen Institut für Materials Resource Managements an brennenden Fragen des nachhaltigen Umgangs mit knappen Rohstoffen arbeiten. Mit diesem Preis schaffen wir Anreize, die unseren qualifizierten Forschungsnachwuchs stimulieren sollen. Zudem wollen wir mit einem solch attraktiven Preis auch die Studierenden unserer wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zur Mitarbeit an Forschungsprojekten motivieren, um sie auf diese Weise frühzeitig an die Wissenschaft heranzuführen."
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Bewerbungen ...

... für den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2012 sind bis zum 31. März 2012 zu richten an:

Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl
Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement
Universität Augsburg
86135 Augsburg

Mit der Bewerbung sind folgende Unterlagen einzureichen:

o ein Empfehlungsschreiben der vorschlagenden Wissenschaftlerin bzw. des vorschlagenden Wissenschaftlers
o den Lebenslauf der bzw. der vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlerin bzw. des vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlers
o die dem Vorschlag zu Grunde liegende(n) Arbeit (en)
o Gutachten zu den dem Vorschlag zu Grunde liegende(n) Arbeit(en), wobei im Falle von Abschlussarbeiten das Gutachten der Prüferin/des Prüfers vorzulegen ist und bei wissenschaftlichen Publikationen die Gutachten der bei der jeweiligen Zeitschrift/Tagung hinzugezogenen Wissenschaftler/innen sowie eine Stellungnahme der vorschlagenden Wissenschaftlerin bzw. des vorschlagenden Wissenschaftlers
o ggf. ein Rohkonzept zur geplanten Verwendung des Preisgeldes im Rahmen öffentlicher Forschungsarbeiten oder -vorhaben.

Über die Vergabe des Preises entscheidet ein fünfköpfiges Gremium, dem neben Alexander Graf Fugger-Babenhausen und Wolf-Dietrich Graf von Hundt als Repräsentanten der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen ein Mitglied der Augsburger Universitätsleitung sowie für das Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl und Prof. Dr. Marco M Meier angehören.
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Kontakt und weitere Informationen zur Ausschreibung und Satzung:

Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl
Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-4800 oder -4801
hans-ulrich.buhl@wiwi.uni-augsburg.de
http://www.wi-if.de
http://www.fim-online.eu



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