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UPD 3/15 - 13.01.2015                                 Meldung als pdf

Fuggerpreis für die Wissenschaft

Die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen schreiben zum vierten Mal zusammen mit dem Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement ihren Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Augsburg aus.


FuggerpreisAugsburg/KPP – Zum vierten Mal wird in diesem Jahr der Wissenschaftspreis der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen und des Kernkompetenzzentrums Finanz- & Informationsmanagement ausgeschrieben und verliehen. Mit bis zu 10.000 Euro dotiert, ist dieser "Fuggerpreis für die Wissenschaft" der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Augsburg gewidmet, deren Forschungen vorrangig in den einschlägigen Bereichen der Wirtschaftsinformatik, aber auch auf verwandten Gebieten geeignet sind, die Wirtschaft nachhaltig zu gestalten.

Bild: Traditioneller Ort der Verleihung des Fuggerpreises ist die Leonhardskapelle in der Augsburger Fuggerei, in der Dr. Maximilian Röglinger (2.v.r.) im November 2010 als erster die Auszeichnung entgegennahm. Mit Röglinger im Bild v. l. Festredner Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Frühwald, Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen und Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl. Archivfoto: Peter Neidlinger

Gemeinsam mit dem Kernkompetenzzentrum für Finanz- & Informationsmanagement haben die Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen im Jahr 2010 einen neuen Wissenschaftspreis ins Leben gerufen. Von beiden Institutionen gemeinsam mit insgesamt bis zu 10.000 Euro, die "nur zum Zwecke weiterer öffentlicher Forschung zu verwenden" sind, dotiert, soll der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" alle zwei Jahre an Nachwuchswissenschaftler mit engem Bezug zur Universität Augsburg gehen, die sich in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Nachhaltigkeit und der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzen.

Die bisherigen drei Preisträger zeigen den interdisziplinären Ansatz des "Fuggerpreis für die Wissenschaft". 2010 wurde der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Maximilian Röglinger für seine wissenschaftlichen Leistungen und insbesondere seine "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik" ausgezeichnet. Der Informatiker und Historiker Dr. Maximilian Kalus erhielt 2012 den "Fuggerpreis für die Wissenschaft". Seine Forschung über "Kaufmannsnetzwerke und Handelsstrukturen im europäisch-asiatischen Handel am Ende des 16. Jahrhunderts" ermöglicht es die Entstehung und Errichtung des Welthandels durch europäische Kaufleute zu rekonstruieren. Mit dem dritten Preis wurde der Physiker und Materialwissenschaftler Dr. Stephan Krohns für seine Promotion „Grenzflächenpolarisationen in Übergangsmetalloxiden: Von der Grundlagenforschung zur Anwendung“ sowie seine weiteren Publikationen in herausragenden Zeitschriften wie Nature Materials ausgezeichnet. Die bisherigen Preisträger, von der Wirtschaftsinformatik über historisch ausgerichtete Arbeiten bis zur Materialwissenschaft, verdeutlichen das breite Spektrum von Fragestellungen, dem sich Augsburger Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern widmen. Herausragende Arbeiten aus diesem Themenspektrum sollen auch künftig durch den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" gewürdigt werden.

In der Tradition der Fuggerschen Studienstiftungen

Die Familie Fugger sieht ihr aktuelles wissenschaftsförderndes Engagement in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz vor allem aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und zu mobilisieren sowie ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In diese Tradition gestellt werden kann auch die Tatsache, dass Joseph Ernst Fürst Fugger es war, der im Frühjahr 1966 jene Initiativsitzung zur Gründung der Universität Augsburg anregte, zu der er dann in die Leonhardskapelle der Fuggerei einlud.

Historische Krisenerfahrung und globalisierte Welt

Auch die fachliche Ausrichtung des Wissenschaftspreises stellt das Gründungspapier in einen engen Zusammenhang mit der Geschichte des Hauses Fugger: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es dort, würden zeigen, "wie nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."

Neue Methoden ertrags- und risikoabwägender Investitionssteuerung

Die komplementäre Perspektive, in die die globale Finanzkrise weist, hat wiederum die Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden im Blick, mit deren Hilfe Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche in die Lage versetzt werden, ihre Investitionen unter Berücksichtigung von Ertrag und Risiko zu steuern. In der heutigen, vernetzten Welt reicht hier domänenspezifisches Wissen allein nicht mehr aus, gefordert ist zunehmend vielmehr auch interdisziplinäres Wissen, vor allem in den Bereichen des Finanz- und Informationsmanagements sowie insbesondere der Wirtschaftsinformatik. Denn die bereits gegebene und stetig zunehmende Komplexität kann nur durch entsprechende neue Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements innerhalb von Unternehmen und unternehmensübergreifend in Wertschöpfungsnetzwerken beherrscht werden. Wenn Unternehmen sich sowohl des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst wären, würde ein der Finanzkrise vergleichbarer zukünftiger Einbruch entweder vermieden oder er würde zumindest viel weniger Schaden anrichten.

Breites Spektrum von Fragestellungen

Vor diesem Hintergrund richtet sich der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" trotz seiner inhaltlich spezifischen Ausrichtung an Forschungsarbeiten zu einem relativ breiten Spektrum von Fragestellungen und Herausforderungen:

• Erkenntnisse aus wirtschaftshistorischen Erfahrungen und handelstheoretischer Untersuchungen zur Unterstützung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung

• Erkenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die zu Krisen führen können sowie über Maßnahmen zur Krisenreduktion und -vermeidung. Hierbei sind insb. auch wirtschaftshistorische Untersuchungen mit spieltheoretischen Methoden von Interesse.

•  Gestaltung und Integration von robusten, finanzwirtschaftlichen Modellen

• Messung und Gestaltung von Ertrag und Risiko bisher vernachlässigter Unternehmenswerte (z.B. Kunden, Projekte, Prozesse) mit dem Ziel robuster, schockresistenter Unternehmensführung

• Gestaltung von Informationssystemen zur verbesserten unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Steuerung von Erträgen und Risiken

• Identifikation und Messung von Informationen zur Entscheidungsunterstützung des Managements

• Entwicklung von IT-unterstützter Sensorik und Aktorik zur nachhaltigen und aktiven - Steuerung von Unternehmen

• Management der Verfügbarkeit und des (Preis-)Risikos von Ressourcen bei verschiedenen Marktformen (z.B. Monopol, Oligopol)

• Entwicklung innovativer Methoden der Preisgestaltung und Ertrags-/Risikooptimierung

• Erkenntnisse über Vor- und Nachteile der Gestaltungsalternativen von Stiftungen, die unternehmerisch tätig sind, bzgl. einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung

• Erkenntnisse über ökonomische Zusammenhänge, die in einer globalisierten Welt zu einer staatlichen Überschuldung führen können sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Staatskonkursen

Vom Wirtschaftsinformatiker über Wirtschaftswissenschaftler bis zum Wirtschaftshistoriker

"Mit dem Fuggerpreis", betont Buhl, "werden qualifizierte Nachwuchsleute aus der Wirtschaftsinformatik, den Wirtschaftswissenschaften ebenso angesprochen wie junge Forscherinnen und Forscher, die wirtschaftshistorischen Fragestellungen nachgehen oder im Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens oder des Instituts für Materials Resource Managements arbeiten. Mit diesem Preis schaffen wir Rahmenbedingungen und Anreize, um die Forschung an der Universität Augsburg zu stärken. Zudem wollen wir mit so einem attraktiven Preis auch Studierende aus unseren wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zur Mitarbeit an Forschungsprojekten motivieren und so schon früh an die Wissenschaft heranführen."

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Bewerbungen für den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2015 sind bis zum 28. Februar 2015 an das Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement zu richten, das auch gerne weitere Auskünfte zur Ausschreibung oder der Satzung des "Fuggerpreis für die Wissenschaft" gibt.


Es wird gebeten, bei der Bewerbung folgende Unterlagen einzureichen:

 • Ein Empfehlungsschreiben des/der vorschlagenden Wissenschaftlers/Wissenschaftlerin.

Den Lebenslauf des/der vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlers/ Nachwuchs-wissenschaftlerin.

Die dem Vorschlag zu Grunde liegende(n) Arbeit (en).

Gutachten zu den dem Vorschlag zu Grunde liegende(n) Arbeit(en). Bei Abschlussarbeiten ist hier das Gutachten des/der Prüfers/Prüferin vorzulegen, bei wissenschaftlichen Publikationen die Gutachten der bei der jeweiligen Zeitschrift/Tagung hinzugezogenen Wissenschaftler(innen) und eine Stellungnahme des/der vorschlagenden Wissenschaftlers/Wissenschaftlerin.

Ggf. eine Aufstellung über die geplante Verwendung des Preisgeldes zum Zwecke der öffentlichen Forschung (siehe oben).

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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl
Telefon: 0821/598-4800 oder -4801
hans-ulrich.buhl@fim-rc.de
http://www.fim-rc.de