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UPD 185/15 - 13.11.2015                                 Meldung als pdf

Gemeinsame Pressemitteilung der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen und der Universität Augsburg:

Der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2015 geht an den Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Björn Häckel

Preisverleihung am 20. November 2015 im Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement mit einem Festvortrag der 17-jährigen Augsburger Plant for the Planet-Botschafterin Clara Slawik / Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen (Pressegespräch 15.00 Uhr).


SLAWIK-HAECKELAugsburg/ALM/KPP - Seine Habilitation im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Forschungsarbeiten an der Schnittstelle von Finanz- und Informationsmanagement sowie seine in diesem Zuge entstandenen Publikationen in international renommierten Zeitschriften und Tagungsbänden bringen dem Wirtschafswissenschaftler Prof. Dr. Björn Häckel den mit 10.000 Euro dotierten "Fuggerpreis für die Wissenschaft", der in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben wird. Mit seinen Arbeiten im Bereich der ertrags-/risikointegrierten Steuerung von Informationstechnologie leistet Häckel einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Stabilität und Nachhaltigkeit hochkomplexer und zunehmend digitaler Wertschöpfungsnetze. Zur Preisverleihung laden das Fürstlich und Gräflich Fuggersche Familienseniorat und die Universität Augsburg die Vertreterinnen und Vertreter der Medien für den 20. November 2015 in das Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement ein. Der Preisverleihung voraus geht um 15.00 Uhr ein Pressegespräch.

Bild: Die 17-jährige Augsburger Plant for the Planet-Botschafterin Clara Slawik hält am 20. November 2015 den Festvortrag bei der Verleihung des "Fuggerpreises für die Wissenschaft" an Prof. Dr. Björn Häckel. Fotos: privat

Nach Auffassung der fünfköpfigen Jury entsprechen Björn Häckels bisherige wissenschaftliche Leistungen hinsichtlich ihres Erkenntnisgewinns, ihrer Qualität sowie ihres Beitrags zur Stabilität und Nachhaltigkeit globaler Wertschöpfungsnetze hervorragend den Zielsetzungen und Ansprüchen des "Fuggerpreises für die Wissenschaft", der 2009 errichtet und 2010 erstmals verliehen wurde (siehe http://idw-online.de/pages/de/news355646).

Fuggerpreis in Fuggertradition

Der Preis soll alle zwei Jahre an eine Nachwuchswissenschaftlerin bzw. an einen Nachwuchswissenschaftler der Universität Augsburg gehen, die oder der sich in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Nachhaltigkeit und der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzt. Sein so ausgerichtetes wissenschaftsförderndes Engagement sieht das Haus Fugger in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In dieser Traditionslinie gesehen werden kann auch jene Initiativsitzung zur Gründung der Universität Augsburg, zu der Joseph Ernst Fürst Fugger von Glött im Frühjahr 1966 in die Leonhardskapelle der Fuggerei einlud.

Wissenschaftliche Konsequenzen aus historischer und aktueller Krisenerfahrung

Seine fachliche Ausrichtung stellt dieser Wissenschaftspreis über die eingeforderte Komponente gesellschaftlicher Verantwortung hinaus in einen ganz konkreten, seit der jüngsten Finanzkrise gewissermaßen tagesaktuellen Zusammenhang mit der Fugger-Geschichte: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es im Gründungspapier des Preises, würden zeigen, "wie nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."

Nachhaltiges Wirtschaften durch verantwortungsbewusste Investitionssteuerung zwischen Ertragsorientierung und Risikoabwägung

Historisch betrachtet ist die Finanzmarktkrise 2008 weder neu noch einzigartig. Schon im 16. Jahrhundert mussten die Fugger mit einem Staatsbankrott in Frankreich und gleich drei in Spanien fertig werden. All diesen Krisen war gemeinsam, dass sie aus nicht nachhaltigem Ausgabeverhalten oder dem Streben nach kurzfristiger Renditemaximierung bei gleichzeitig nicht verantwortungsbewusstem Umgang mit den damit einhergehenden Risiken resultierten. Soweit die Wissenschaft gefordert ist, verlangen historische und jüngste Krisen deshalb zuallererst nach der Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden, die Unternehmen zu einer verantwortungsbewussten und nachhaltigen Investitionssteuerung zwischen Ertragsorientierung und realistischer Risikokalkulation befähigen.

In der vernetzten Gegenwart und einer - insbesondere im Zuge der immer stärker voranschreitenden Digitalisierung - noch vernetzteren Zukunft reicht hier domänenspezifisches Wissen allein nicht mehr aus, um überzeugende Konzepte und Lösungen zu generieren: Gefordert ist vielmehr interdisziplinäres Wissen - vor allem in den Bereichen des Finanz- und Informationsmanagements und der Wirtschaftsinformatik. Denn die Komplexität der globalen Wertschöpfungsnetze und die aus dieser Komplexität resultierenden Herausforderungen können - unternehmensintern wie unternehmensübergreifend - nur mehr durch entsprechend komplexe und innovative Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements beherrscht werden. Nur wenn die Unternehmen sich sowohl des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst sind bzw. werden, kann ein zu der jüngsten Finanzkrise vergleichbarer Einbruch in Zukunft vielleicht vermieden oder in seinen Ausmaßen zumindest kalkulierbar gemacht werden.

Das Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement, das gemeinsam mit den Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" verleiht, beschäftigt sich sowohl in der Lehre als auch in Forschungs- und Praxisprojekten mit den interdisziplinären Herausforderungen einer auf nachhaltige Wertgenerierung ausgerichteten Unternehmensführung, insbesondere in den Bereichen Finanz- und Informationsmanagement.

Zum Preisträger 2015

Prof. Dr. Björn Häckel studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Im Anschluss daran war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement (FIM) tätig, wo er im Juni 2010 mit summa cum laude promoviert wurde. Im Juni 2015 schloss er erfolgreich seine Habilitation im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Forschungsarbeiten im Bereich der ertrags-/risikointegrierten Steuerung von Informationstechnologie ab. Derzeit vertritt er die Professuren für Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen jeweils mit Schwerpunkt Finance, Operations und Information Management an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg. Zugleich ist er stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Kernkompetenzzentrums FIM und wirkt beim Aufbau der Fraunhofer-Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT mit.

Im Rahmen seiner Forschungsaktivitäten beschäftigt sich Häckel insbesondere mit der Entwicklung von IT‐gestützten Methoden und Werkzeugen, die Unternehmen dabei helfen sollen, kritische Abhängigkeitsstrukturen und Bedrohungsszenarien in komplexen, digitalisierten Wertschöpfungsnetzen sowie in kritischen Infrastrukturen transparent und damit frühzeitig erkennbar zu machen. Seine Forschungsarbeiten tragen somit entscheidend dazu bei, die Widerstandsfähigkeit und Stabilität globaler Wertschöpfungsnetze und kritischer Infrastrukturen gegenüber systemischen Risiken zu erhöhen und dadurch die Grundlagen für ein nachhaltiges, global vernetztes Wirtschaften zu schaffen. Häckel ist es dabei auch ein großes Anliegen, den Brückenschlag zwischen innovativer, qualitativ hochwertiger Grundlagenforschung und angewandter Forschung im Rahmen von Praxisprojekten zu bewerkstelligen. Durch den Transfer aktueller Forschungsergebnisse aus dem Bereich des Finanz- und Informationsmanagements in praktisch anwendbare Konzepte leistet er einen wichtigen Beitrag zur Lösung aktueller unternehmerischer Probleme. Aufgrund seiner interdisziplinären Forschungsausrichtung und seiner zahlreichen Aktivitäten zur Verbesserung des Wissenstransfers zwischen Forschung und Praxis erfüllt Herr Häckel nach Auffassung der Jury die Kriterien des Preises in herausragender Art und Weise.

Die bisherigen Preisträger

Das denkbar breite Spektrum von Fragestellungen aus den Bereichen der Wirtschaftswissenschaften, der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsingenieurwesen und der Wirtschaftsgeschichte, das sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Augsburg bietet, die mit außergewöhnlichen Forschungsleistungen in den Wettbewerb um den Fuggerpreis eintreten, zeigt sich in der Breite der Qualifikationen der Preisträger der vergangenen Jahre: In seiner kumulativen Doktorarbeit und in darüber hinausgehenden wissenschaftlichen Arbeiten, für die er 2010 als erster mit dem "Fuggerpreis für die Wissenschaft" ausgezeichnet wurde, lieferte der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Maximilian Röglinger "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik". 2012 wurde Dr. Maximilian Kalus für seine Studie "Pfeffer – Kupfer – Nachrichten. Kaufmannsnetzwerke und Handelsstrukturen im europäisch-asiatischen Handel am Ende des 16. Jahrhunderts" ausgezeichnet. 2013 erhielt der Materialwissenschaftler Dr. Stephan Krohns den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" für seine Promotion "Grenzflächenpolarisationen in Übergangsmetalloxiden: Von der Grundlagenforschung zur Anwendung".

Festvortrag der Augsburger Plant for the Planet-Botschafterin Clara Slawik (17)

Auf dem Torbogen des Stiftungsforstamtes in Laugna findet sich ein Spruch von 1848, der die Stiftungsförster stets an die Nachhaltigkeit erinnert hat: „Heget den Wald, er ist des Wohlstands sichere Quell, schnell verheert ihn die Axt, langsam nur wächst er heran. All unser Handeln und Tun, die Enkel werden es richten. Sorgen mit Fleiß wir zur Zeit, dass sie uns rühmen dereinst.“

Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Stiftungswälder ist für die Fuggerschen Stiftungen stets von zentraler Bedeutung gewesen. Die Klimafunktion der Wälder spielt im Rahmen des globalen Klimawandels eine überlebensnotwendige Rolle für unsere Zukunft. In diesem Zusammenhang wird der Festvortrag zum diesjährigen Fuggerpreis von Clara Slawik (17), erste Augsburger Botschafterin für Klimagerechtigkeit bei Plant for the Planet, gehalten. Plant for the Planet steht für eine globale Bewegung, die von Kindern initiiert wurde und das Ziel hat, auf der ganzen Welt Bäume zu pflanzen. Ein wichtiges Anliegen ist, aus der nachhaltigen Forstwirtschaft in Deutschland ein weltweites Erfolgsmodell zu machen. Die Kinderinitiative macht auf die Problematik des globalen Klimawandels aufmerksam, um ein stärkeres Bewusstsein für globale und generationenübergreifende Klimagerechtigkeit sowie für die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit unserer Umwelt zu schaffen. Jeder gepflanzte Baum soll durch den CO2 Ausgleich das globale Klima verbessern und dient gleichzeitig als Symbol für Klimagerechtigkeit. Heute sind etwa 100.000 Kinder weltweilt für Plant for the Planet aktiv. Clara Slawik war als 13-Jährige bereits Teilnehmerin auf der UN-Biodiversitätskonferenz auf dem japanischen Nagoya und nahm 2010 an der UNEP-Kinderkonferenz teil. Darüber hinaus hielt sie in den letzten Jahren zahlreiche Vorträge in diversen Schulen sowie bei nationalen Messen und Großveranstaltungen.

Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich eingeladen

Zur feierlichen Verleihung des "Fuggerpreises für die Wissenschaft" am 20. November 2015 im Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement (Gebäude I, Universitätsstraße 12, 86159 Augsburg) sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen. Sie beginnt um 16.00 Uhr. Ihr voraus geht ab 15.30 Uhr ein Sektempfang. Ab 15.00 Uhr stehen der Preisträger, die Festrednerin und die Preisstifter für ein Pressegespräch zur Verfügung.

An die Begrüßung durch S. E. Alexander Graf Fugger-Babenhausen und Vizepräsident Prof. Dr. Peter Welzel sowie an ein Statement über den Forschungsrahmen von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl schließt sich der Festvortrag von Clara Slawik an. Nach der Laudatio durch Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, einem Referat des Preisträgers Prof. Dr. Björn Häckel und der Übergabe des Preises durch S. E. Alexander Graf Fugger-Babenhausen klingt die Veranstaltung bei einem Get-Together aus.

Um Anmeldung wird gebeten

Wegen der begrenzten Platzkapazität werden an der Teilnahme interessierte Medienvertreterinnen und -vertreter um baldmöglichste Anmeldung am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement gebeten - telefonisch unter 0821/598-4885 oder per Email an sabioella.hosseini@fim-rc.de

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Pressebild zum Download:

Häckel Björn privat-klFür seine wichtigen Beiträge zur ertrags-/risikointegrierten Steuerung von Informationstechnologie erhält Prof. Dr. Björn Häckel den mit 10.000 Euro dotierten "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2015. Foto: privat