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UPD 144/17 - 03.08.2017                                 Meldung als pdf

Universität fördert junge Autorinnen und Autoren

Positive Bilanz für die erste Runde der Bayerischen Akademie des Schreibens, an der sich die Universität Augsburg beteiligt hat


AbschlussveranstaltungAugsburg/MH – Die Universität Augsburg beteiligt sich seit einem Jahr an der Bayerischen Akademie des Schreibens, bei der schreibinteressierte Studierende gecoacht und gefördert werden. Die beiden Teilnehmerinnen Runa Behr und Naomi Mebus sind begeistert, da sie ihre Texte im geschützten Raum der drei Workshops weiterentwickeln konnten und sehen „1 Jahr Bayerische Akademie des Schreibens in Augsburg“ als Erfolg. 

Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bayerischen Akademie des Schreibens bei der Abschlussveranstaltung. Foto: Literaturhaus München

Wenn junge Autorinnen und Autoren in Texten Geschichten erzählen, ist das etwas sehr Privates. „Selbst verfasste Texte sind etwas sehr Persönliches“, meint die Lehramtsstudentin Runa Behr, der schon in der Grundschule das Schreiben großen Spaß gemacht hat. Freunden und Familie ihre Texte vorzulesen, ist aber nach wie vor ein großes Problem für sie. „Ich befürchte immer, dass sie die Geschichte auf mich als Person übertragen und dann mich in der Figur im Text sehen“, erzählt die Studentin. Natürlich bringe man seine eigenen Erlebnisse in die Geschichten ein, aber dort zeigten sich nicht persönliche Probleme. Aber wer ist das richtige Publikum, um über seine Texte sprechen zu können?

Vor einem Jahr haben Behr, wie auch weitere schreibinteressierte Studierende der Universität Augsburg, sich für ein ganz besonderes Angebot beworben. Denn seit August 2016 ist die Universität Augsburg Teil der Bayerischen Akademie des Schreibens, die sich zur Aufgabe gemacht hat, junge Autorinnen und Autoren professionell zu fördern. „Neben einer guten wissenschaftlichen Ausbildung, darf man das kreative Potential der Studierenden nicht außer Acht lassen“, meint die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Stephanie Waldow, die sich dafür stark gemacht hat, dass auch Augsburger Studierende von professionellen Autoren, Sprechtrainern, Verlegern und weiteren Experten gecoacht werden. Neben Runa Behr haben drei weitere Studierende aus Augsburg – zusammen mit Studierenden aus Bayreuth und München – an drei Workshops teilgenommen, die an einer der beteiligten Universitäten stattfanden. Neben der Universität Augsburg sind auch die Universitäten Bayreuth, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, Regensburg, die TU und LMU München sowie das Literaturhaus München beteiligt.

„Im Studium muss ich viel auswendig lernen, hier kann ich mich viel mehr ausprobieren“, erzählt Runa Behr. Besonders begeistert ist sie von den Referentinnen und Referenten der Workshops. „Die Dozenten haben mich ernster genommen als ich mich selbst“ berichtet sie schmunzelnd. Als diese über die Kursteilnehmer als „Autoren“ sprachen, habe sie sich zuerst gar nicht angesprochen gefühlt. In den Workshops haben die Autorin Ulrike Almut Sandig und der Lektor Jan Valk vom DuMont Verlag mit den Kursteilnehmenden immer weiter an deren Texten gefeilt. „Sie haben uns immer sehr wertvolles Feedback gegeben“, meint Naomi Mebus, die in Augsburg Europäische Kulturgeschichte studiert und ebenfalls bereits in der Grundschule ihre Lust am Schreiben entdeckt hat. Gerade der geschützte Raum, in dem die jungen Autorinnen und Autoren – die alle in der gleichen Situation stecken und sich verbessern möchten – war für sie einer der wichtigsten Aspekte der Bayerischen Akademie des Schreibens. Sehr positiv erinnert sie sich auch an das Sprechtraining. Denn im Rahmen der Akademie werden sehr verschiedene Aspekte aufgegriffen. Neben dem Schreiben am eigenen Text stand Sprechtraining und ein Treffen mit Machern der Literaturzeitschrift „Edit“ auf dem Programm, bei dem darüber informiert wurde, wie man dort publizieren oder Lesungen abhalten kann. Also der Schritt vom Hobby zum Beruf. 

Die Workshops haben die Studierenden auf das große Finale vorbereitet – den Abschlusstag in Regensburg, bei dem alle Teilnehmenden der aktuellen Runde – es laufen parallel in Bayern drei separate Workshop Reihen - ihre Texte vortragen. An ihre erste eigene Lesung auf einer großen mit roten Lampions dekorierten Bühne erinnert sich Mebus: „Ich war mega aufgeregt, weil ich sowas noch nicht gemacht habe. Du denkst an das, was du gelernt hast und willst alles umsetzen. Die Reaktion des Publikums war sehr toll“. 

Die beiden Augsburger Studentinnen wollen weiter am Ball bleiben und an ihren Schreibfertigkeiten arbeiten. Etwas Wehmut schwingt mit, denn ihre Runde der Bayerischen Akademie des Schreibens ist nun vorbei. Behr findet es schade, dass es in Augsburg noch kein Angebot oder eine Austauschplattform für junge Autorinnen und Autoren gibt. Vielleicht können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Akademie in Augsburg hierzu ja einen Beitrag leisten.

Und die werden in Augsburg immer mehr. Im Januar 2018 startet die zweite Runde, an der die Universität Augsburg beteiligt ist – diesmal zum Thema „Wendepunkte“.

Weitere Informationen:
http://uni-a.de/to/akademiedesschreibens

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Stephanie Waldow
Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Ethik
stephanie.waldow@phil.uni-augsburg.de