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UPD 183/17 - 05.12.2017                                 Meldung als pdf

Zwischen Vorgaben und Ansprüchen: Wie viel Formalisierung verträgt selbstbestimmte Arbeit?

Präsentation der ersten Forschungsergebnisse des BMBF-geförderten Projekts „PräFo – Prävention von Belastungen bei formalisierter Arbeit in Dienstleistung und technischer Entwicklung“


Augsburg/LG – Im Vorfeld des Kongresses „Augsburger Perspektiven“ des Klinikum Augsburg präsentiert ein Forscher-Team u.a. der Universität Augsburg am 6. Dezember 2017 von 9.00 bis 12.30 Uhr im Evangelischen Forum Annahof erste Zwischenergebnisse des Projekts „PräFo – Prävention von Belastungen bei formalisierter Arbeit in Dienstleistung und technischer Entwicklung“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Eine Teilnahme an der PräFo-Veranstaltung ist für Interessierte kostenlos möglich, um Anmeldung wird gebeten.

In der heutigen Arbeitswelt wird selbstbestimmtes Arbeiten immer wichtiger. Beschäftigte sollen kreativ und flexibel sein und mit Unwägbarkeiten umgehen können. Hierfür ist es notwendig, situativ und selbstgesteuert zu handeln. Einerseits räumen Unternehmen und Organisationen die hierfür notwendigen Handlungsspielräume ein. Andererseits wird versucht, das Handeln der Beschäftigten in geregelte Bahnen zu lenken. Dies geschieht durch die Formalisierung von Arbeit: Prozesse und Ergebnisse sollen dokumentierbar, kommunizierbar und begründbar sein. Ökonomisierung und Digitalisierung treiben diese Entwicklung weiter an.

Das Forschungsprojekt „PräFo“

Wie können Arbeitsabläufe in der Pflege auch angesichts von Formalisierungs- und Digitalisierungsprozessen so gestaltet werden, dass sie die Arbeit von und mit den involvierten Menschen im Sinne von Interaktionsarbeit unterstützen und gleichzeitig Stressfaktoren reduzieren? Wie verändert sich Arbeit aufgrund von Formalisierung und welche neuen Anforderungen und Belastungen resultieren daraus?

Wie sich die Arbeit in der stationären Krankenpflege einerseits und im Projektmanagement technischer Entwicklungsprozesse andererseits in diesem Kontext entwickelt, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „PräFo – Prävention von Belastungen bei formalisierter Arbeit in Dienstleistung und technischer Entwicklung“, an dem die Universität Augsburg, das ISF München, das Klinikum Augsburg und das Unternehmen Maurer & Treutner beteiligt sind.

Erste Ergebnisse, insbesondere zur Arbeit in der stationären Krankenpflege, präsentiert das Team am 6. Dezember 2017 von 9.00 bis 12.30 Uhr im Evangelischen Forum Annahof in Augsburg. „Wenn man darauf achtet, wie sich die Einführung neuer Prozesse und Instrumente auf die Arbeit der Beschäftigten auswirkt, können Spannungsfelder und Probleme präventiv vermieden werden“, verrät Marc Jungtäubl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt an der Universität Augsburg. Dr. Margit Weihrich, ebenfalls Mitarbeiterin der Forschungseinheit, ergänzt: „Eine jetzt schon hervorzuhebende Erkenntnis unseres Projekts ist es, dass bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen immer das konkrete Arbeitshandeln in den Blick genommen werden muss. Hierfür sind die Beschäftigten selbst mit einzubinden, denn sie wissen am besten, was sie für ihre Arbeit brauchen. Das notwendige situative und informelle Handeln muss anerkannt, wertgeschätzt und nachhaltig gestaltet werden. Wir denken, dass sich hierfür auch die Organisationsstruktur und -kultur verändern müssen.“

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Programm:

Begrüßung
Susanne Arnold, MBA (Vorstand Pflege des Klinikums Augsburg; Stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Bayern des Bundesverbandes Pflegemanagement)

Key Note: Arbeiten mit Ungewissheit - eine besondere Herausforderung bei Dienstleistungen
Prof. Dr. Fritz Böhle (Leiter der Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt der Universität Augsburg)

Vorträge: Zwischen Vorgaben und Ansprüchen: Wie viel Formalisierung verträgt selbstbestimmte Arbeit?

Katharina Daufratshofer, M.A. (Fort- und Weiterbildung, Akademie für Gesundheitsberufe, Klinikum Augsburg)

Marc Jungtäubl, M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt der Universität Augsburg)

Peter Maurer (Geschäftsführer der Maurer & Treutner GmbH & Co. KG, Eggenstein-Leopoldshafen)

Martina Patz (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Vorstandsbereich Pflege des Klinikums Augsburg)

Dr. Stephanie Porschen-Hueck (Wissenschaftlerin des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e. V., München)

Dr. Margit Weihrich (Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt der Universität Augsburg)

Podiumsdiskussion „Was kann ein Krankenhaus tatsächlich von agilen Methoden lernen?“

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Ansprechpartner:

Marc Jungtäubl und Dr. Margit Weihrich
Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt
Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
Universität Augsburg
Eichleitnerstr. 30
86159 Augsburg
Tel.: 0821 598-4312

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Weitere Informationen und Anmeldung:

http://www.augsburgerperspektiven.de/praefo/

https://www.arbeit-form-zukunft.de/