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UPD 4/18 - 11.01.2018                                 Meldung als pdf

Der Vorlass des Schriftstellers Richard Wagner

Seit 2013 von der Augsburger Literaturwissenschaftlerin Christine Rossi erschlossen und bearbeitet, steht das umfangreiche private und literarische Archiv des in Rumänien geborenen deutschen Autors jetzt im Münchner IKGS literatur-, geschichts- und politikwissenschaftlicher Forschung zur Verfügung


Richard_Wagner_2010 © Amrei-Marie at German WikipediaAugsburg/München/IKGS/KPP – Der an Parkinson erkrankte Schriftsteller Richard Wagner – geboren 1952 in Lovrin, Banat, Volksrepublik Rumänien – hat im Jahr 2013 sein umfangreiches privates und literarisches Archiv an das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) übergeben. Von Mai 2015 an bearbeitete die Literaturwissenschaftlerin Christina Rossi, derzeit Doktorandin und Lehrbeauftragte  an der Augsburger Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft von Prof. Dr. Bettina Bannasch, das von der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) geförderte Projekt zur Sicherung und Archivierung des Vorlasses von Richard Wagner, der nun zu Forschungszwecken im IKGS zugänglich ist.

Bild: Der zeitgenössische Schriftsteller Richard Wagner, 1952 im Banat geboren, übersiedelte zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Herta Müller 1987 in die Bundesrepublik Deutschland. Sein jetzt am Münchner IKGS zugänglicher Vorlass deckt sein journalistisches und schriftstellerisches Schaffen vor und seit der Übersiedling ab. © Amrei-Marie at German Wikipedia.

Der Bestand umfasst Manuskriptfassungen und Material zu Wagners literarischen, journalistischen und essayistischen Werken, Briefkorrespondenzen, Notizbücher, Lebensdokumente, Fotos sowie umfangreiche Materialsammlungen, darunter Dokumentationen des Alltags und der ideologisierten Presseberichterstattung in Rumänien unter Ceauçescu sowie die kopierten Securitate-Akten von Richard Wagner und Herta Müller, der ehemaligen Ehefrau des Schriftstellers. Der Vorlass ist damit für Forscherinnen und Forscher sowohl aus der Literaturwissenschaft als auch aus der Geschichts- und der Politikwissenschaft von Wert und Interesse.

Insbesondere für Literaturhistorikerinnen und –historiker von Bedeutung ist die umfangreiche Dokumentation früher Texte und Rezeptionsbelege Richard Wagners und Herta Müllers in deutschsprachigen Medien aus Rumänien, also aus den Jahren vor 1987. Frühe Interviews, Rezensionen und Abdrucke literarischer Texte beider Autoren, die heute nur noch schwer zu rekonstruieren sind, liegen im Archiv in nahezu vollständiger Weise vor.

Sämtliche journalistische Texte

Von erstaunlichem Umfang ist die Sammlung wohl nahezu sämtlicher journalistischer Texte in knapp 45 Mappen. Als besonders wertvoll erweisen sich auch zahlreiche handschriftliche Manuskripte von Gedichten und Gedichtbänden, die noch aus der rumänischen Zeit Richard Wagners stammen. Doch auch neuere Arbeiten Wagners sind in ihrem Entstehungsprozess nachvollziehbar. So liegen allein für das Werk „Die deutsche Seele“, das Wagner im Jahr 2011 gemeinsam mit Thea Dorn publizierte, 45 Mappen vor, in denen Wagner die von ihm verfassten Essays aus dem Buch mit Materialsammlungen, Notizen und Manuskriptfassungen mit den jeweiligen Arbeits- und Denkprozessen abbildet.

Zeugnisse persönlicher Netzwerke

Zahlreiche Korrespondenzen mit teilweise namhaften Schriftstellerkollegen, Verlegern und engen Vertrauten Wagners zeugen von seinen literarischen und persönlichen Netzwerken und Kommunikationswegen. Unter den vorhandenen Briefen finden sich etwa Zuschriften der Autorinnen Herta Müller, Thea Dorn, Birgit Vanderbeke, Felicitas Hoppe, Anemone Latzina, Helga Novak, Sarah Kirsch und Ursula Krechel sowie der Schriftsteller György Dalos, Hans Joachim Schädlich, Hanns-Josef Ortheil, Franz Hohler, Johann Lippet, Rolf Bossert, Peter Motzan und Gerhard Csejka.

In langem literaturwissenschaftlichem Gespräch: Richard Wagner und Christina Rossi 

Christina Rossi hat bereits zwei Publikationen von und mit Richard Wagner auf den Weg gebracht, die auch bislang unveröffentlichtes Archivmaterial enthalten. Im Aufbau Verlag Berlin gab sie im Frühjahr 2017 Wagners neuen Lyrikband „Gold“ heraus, der Gedichte von 1972 bis 2016 versammelt. Neben neuen Texten sind hier auch zahlreiche frühe, noch unbekannte Gedichte erstabgedruckt. Im Wieser Verlag Klagenfurt erschien zeitgleich ein Gesprächs- und Essayband unter dem Titel „Poetologik. Der Schriftsteller Richard Wagner im Gespräch“. Dieser vom IKGS geförderte Band versammelt neben einem langen literaturwissenschaftlichen Gespräch zwischen Richard Wagner und Christina Rossi zahlreiche Essays zur Literatur sowie Debüttexte und frühe Interviews Wagners aus deutschsprachigen Zeitungen in Rumänien. Der Band richtet sich sowohl an die Wissenschaft als auch an mit Wagners Werk vertraute Leser. Derzeit arbeitet Christina Rossi an ihrem Augsburger Dissertationsprojekt „Surrealismus und Struktur. Die Ästhetisierung und Entgrenzung in den Gedichten und Collagen Herta Müllers“.

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Quelle/Pressemitteilung des IKGS:
http://www.ikgs.de/single-post/2017/12/19/Pressemitteilung-Vorlass-von-Richard-Wagner-im-IKGS-archiviert-und-ab-sofort-zug%C3%A4nglich

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Kontakte:

Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München
Halskestraße 15
81379 München
Telefon 089/78 06 09-0
ikgs@ikgs.de
http://www.ikgs.de 

Christina Rossi
Universität Augsburg
Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Telefon: 0821/598-5807
christina-rossi@gmx.de