Suche

Neu an der Universität

UniPress

erschienen 8. November 1999 in: Augsburg UniPress

Verlag: Selbstverlag


Zur Person

Neu an der Universität

Prof. Dr. Ralph Claessen ist seit dem Wintersemester 1998/99 Inhaber einer Professur für Experimentalphysik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Ralph Claessen, 1960 in Düsseldorf geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen, studierte von 1980 bis 1986 Physik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, unterbrochen von einem einjährigem Studienaufenthalt am Cavendish Laboratory der University of Cambridge. Eine dort entstandene Studienarbeit wurde in Kiel als Diplomarbeit in Theoretischer Physik anerkannt. 1987 erfolgte ein Wechsel an das Kieler Institut für Experimentalphysik, wo Claessen 1991 bei Prof. Dr. M. Skibowski über elektronenspektroskopische Untersuchungen an Hochtemperatursupraleitern promovierte. Als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung ging er anschließend als Postdoktorand an die University of Michigan, Ann Arbor, wo er bei Prof. Dr. J. W. Allen Vielteilcheneffekte in der elektronischen Struktur metallischer Materialien mit Hilfe von Synchrotronstrahlung untersuchte. Diese Arbeiten führte Claessen ab Ende 1992 an der Universität des Saarlandes fort. Hier habilitierte er 1998 bei Prof. Dr. S. Hüfner zum Thema "Photoelektronenspektroskopie niederenergetischer Anregungen in niedrigdimensionalen Festkörpern". In die Saarbrücker Zeit fallen mehrere Forschungsaufenthalte am Stanford Synchrotron Radiation Center (USA) und an der Photon Factory in Tsukuba, Japan.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit befasst sich Claessen hauptsächlich mit Festkörpermaterialien, in denen die starke Abstoßung zwischen den negativ geladenen Valenz- und Leitungselektronen in Verbindung mit quantenphysikalischen Effekten zu ungewöhnlichen und neuartigen Materialeigenschaften führt ("hochkorrelierte Elektronensysteme"). Dazu gehören beispielsweise die Oxide der Übergangsmetalle oder auch stark anisotrope Materialien, in denen sich die Elektronen aufgrund einer besonderen Kristallstruktur nur noch in einer Raumdimension bewegen können. Zur Aufklärung der elektronischen Struktur solcher Systeme nutzt Claessen hauptsächlich elektronenspektroskopische Methoden, insbesondere die synchrotronstrahlungsinduzierte Photoemission. Neben diesen eigentlichen Untersuchungen befasst sich Claessen auch mit der instrumentellen und methodischen Weiterentwicklung der experimentellen Verfahren.

Seit dem 1. April 1999 ist Prof. Dr. Peter Michaelis Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftspolitik, insbes. Umweltökonomie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Peter Michaelis, geboren am 25. Januar 1959 in Hanau/Main, studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg. Von Januar 1987 bis März 1990 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie II der Universität Heidelberg. In seiner mit dem Förderpreis der Metallindustrie Baden-Württemberg ausgezeichneten Dissertation beschäftigte er sich mit ökonomischen Modellierung abfallwirtschaftlicher Zusammenhänge. Von April 1990 bis Februar 1996 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Umwelt am Institut für Weltwirtschaft der Universität Kiel tätig. Hier war er unter anderem federführend beteiligt an der Erstellung eines umfangreichen Gutachtens über die praktischen Einsatzmöglichkeiten handelbarer Emissionsrechte. In weiteren Studien beschäftigte er sich unter anderem mit einer ökonomischen Bewertung der deutschen Abfallgesetzgebung und mit den Anwendungsbedingungen für ökonomische Instrumente in der Umweltpolitik. Im März 1996 wechselte er auf eine Professur für Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Anhalt. Parallel hierzu habilitierte er sich an der Universität-GH Kassel mit einer Arbeit über ökonomische Aspekte des Treibhauseffektes.

Forschungsschwerpunkte von Michaelis, die sich in zahlreichen Monographien und Beiträgen in (teilweise internationalen) Fachzeitschriften und Sammelbänden niedergeschlagen haben, betreffen die gesamte Bandbreite der angewandte Umweltökonomik. In einem aktuellen Forschungsprojekt, das er in Kooperation mit dem Bayerischen Institut für Abfallforschung durchführt, beschäftigt er sich derzeit mit den Möglichkeiten zur Förderung von Mehrwegsystemen für Getränkeverpackungen. In der Lehre liegt sein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt im Aufbau des neu eingeführten Studienschwerpunkts "Umwelt- und Ressourcenökonomie".

Seit Beginn des Wintersemesters 1998/99 ist Prof. Dr. Klaus Ziegler Inhaber einer Professur für Theoretische Physik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Klaus Ziegler, 1952 in Zittau geboren, studierte an der Universität Heidelberg Physik und promovierte dort im Jahr 1983, um anschließend als Wissenschaftlicher Angestellter zunächst an die Universität Essen (1984 - 1986) und für die Jahre 1986/87 dann mit einem DFG-Forschungsstipendium an das Centre d'Etudes Nuclaires de Saclay (CEN) bei Paris (Service de Physique Théorique) zu wechseln. Es folgten Tätigkeiten als Wissenschaftlicher Angestellter bzw. Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Karlsruhe (1989 - 1995). 1990 habilitierte Ziegler sich an der Universität Essen für das Fachgebiet "Theoretische Physik". Von 1995 an arbeitete er bis zu seiner Berufung auf die Augsburger Professur am Max-Planck-Institut für Physik Komplexer Systeme in Dresden. Längerfristige Forschungsaufenthalte absolvierte Ziegler in diesen Jahren am IBM T. J. Watson Research Center in Yorktown Heights (New York), an der Harvard University (Cambrigde, USA), an der Clarkson University in Potsdam (New York), an der University of Florida (Gainesville), am Landau Institut der Akademie der Wissenschaften (Moskau), an der Universität Amsterdam, am Institute for Theoretical Physics (Santa Barbara) und am SISSA (Trieste).

Zieglers Arbeitsgebiete sind im Bereich der klassischen statistischen Physik die Diffusion in ungeordneten Medien, die Statistik von Polymeren und die Dynamik von Lasern. Auf dem Gebiet der Quantentheorie von Vielteilchensysteme befasst er sich v. a. mit Supraleitung, mit der Bose-Einstein-Kondensation und mit dem Quanten-Hall-Effekt. In jüngster Zeit gilt sein Interesse der Transporttheorie in zweidimensionalen Systemen und der Bose-Einstein-Kondensation in kalten Gasen. Neben seiner Forschungsarbeit ist Ziegler seit 1989 als Reviewer bei Mathe- matical Reviews tätig.