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UPD 89/13 - 21.05.2013                                 Meldung als pdf

Vom 23. bis zum 25. Mai 2013:

Censorship & Exile

Eine interdisziplinäre Tagung der Universität Augsburg und der University of Texas at Austin zum Auftakt der jüngst vereinbarten Kooperation beider Universitäten


Augsburg/JH/KPP - Wie können sich Exil- und Zensurforschung gegenseitig befruchten? Mit dieser Frage befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Augsburg und der University of Texas at Austin bei ihrer gemeinsamen Konferenz "Censorship & Exile", die vom 23. bis zum 25. Mai 2013 an der Universität Augsburg stattfindet. Es handelt sich um das erste Projekt im Rahmen der im vorigen Jahr vereinbarten Zusammenarbeit beider Universitäten.

CaE_Plakat-klIn einer zunehmend globalisierten und vernetzten Welt gewinnen Diskurse und die Deutungshoheit von Diskursen beständig an Wichtigkeit. Um Diskurse zu kontrollieren wurde und wird Zensur als die institutionalisierte Form der Kontrolle von freier Rede eingesetzt und steht so im Gegensatz zu einer pluralistischen und demokratisch organisierten Kulturlandschaft. Zensur ist jedoch kein Phänomen der Vergangenheit. In vielen Teilen der Erde und auf vielfältige Weise wird zensiert, um Ideen und Gedankengut von Menschen fernzuhalten. Es besteht also die fortwährende Notwendigkeit, künstlerische Freiheit und die Freiheit der Rede zu stärken und zu verteidigen.

Zensur als Spiegel des Spannungsverhältnisses von Kultur und Politik

Gerade im Phänomen Zensur werden die Überschneidungen und reziproken Spannungsverhältnisse von kultureller und politischer Sphäre auf drastische Weise deutlich: Literatur als Form kulturellen Ausdrucks reagiert auf die ideologischen Prämissen bestimmter politischer Kontexte und kritisiert sie. Literatur konstituiert so einen Gegendiskurs zu Kanonisierungsprozessen, die von politischen Regimes mit Gewalt in Kraft gesetzt werden. Gleichzeitig enthüllt Zensur jedoch auch immer die Schwäche der zensierenden Institutionen.

Heterogenität der Exilliteratur als Herausforderung

Während des letzten Jahrhunderts wurde insbesondere in Deutschland, aber teilweise auch in den USA die Freiheit der Rede beschnitten und unterdrückt. In den jeweiligen politischen Kontexten sahen sich die diffamierten Autorinnen und Autoren oft ins Exil gezwungen. Diese Autoren teilten die traumatisierenden Erfahrungen des Exils: die Verfolgung aufgrund von politischer Einstellung, sexueller Orientierung oder religiöser Zugehörigkeit, die Erfahrung der Mittellosigkeit im Exil und die eingeschränkten Möglichkeiten zu publizieren. Nichtsdestotrotz zeichnet sich Exilliteratur durch eine starke Heterogenität aus, die eine Herausforderung für die Forschung darstellt. Genau hier setzt die Konferenz "Censorship and Exile" an, um zu fragen, inwiefern Zensur- und Exilforschung sich gegenseitig befruchten können.

Zentren der Exil- und Zensurforschung

Mit dieser Thematik trägt die erste Augsburg-Austin-Konferenz nicht zuletzt dem Umstand Rechnung, dass beide Universitäten über wichtige und umfassende Bestände und Forschungszentren zu den Themen Zensur und Exil verfügen. "Insoweit war es naheliegend, die interdisziplinäre Kooperation zwischen Augsburg und Austin auf dieser thematischen Ebene anzubahnen", so Prof. Dr. Hubert Zapf, Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Amerikanistik, der gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Johanna Hartmann für die Konferenzorganisation vor Ort verantwortlich zeichnet.

An der Durchführung der interdisziplinären Konferenz sind darüber hinaus der Elitestudiengang Ethik der Textkulturen (Augsburg/Erlangen) und das Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg beteiligt. Finanziell unterstützt wird die Tagung mit Internationalisierungsmitteln des Präsidiums der Universität Augsburg.

Programm mit rund 25 Vorträgen

Ein ausführliches Programmheft zu der vier Keynotes und über zwanzig weitere Vorträge in sieben Panels umfassenden Konferenz steht auf http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/anglistik/amerikanistik/dokumente/CaE_Programm.pdf zum Download zur Verfügung.

Begleitausstellung in der Universitätsbibliothek

Programmbestandteil ist auch der gemeinsame Besuch der Ausstellung "'Man kann ja nicht aus der Welt fallen ...' - Deutsche Autoren im Exil in den USA (1933 - 1945)", die aus Anlass des 80. Jahrestags der "Bücherverbrennung" seit dem 16. Mai und noch bis zum 21. Juli 2013 in der Universitätsbibliothek Augsburg gezeigt wird (siehe http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2013/april-juni/2013_081/)

 

Tagungshomepage:

http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/anglistik/amerikanistik/aktuell/cae.html


Kontakt:

 

Lehrstuhl Amerikanistik
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon: +49(0)821-598-2482
http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/anglistik/amerikanistik/