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UPD 166/15 - 23.10.2015                                 Meldung als pdf

Fremde Vergangenheit oder "gute alte Zeit"?

Das historische Museum und seine Geschichtsbilder im Wandel

In der Reihe "Stadtgeschichte(n)" zeigt die Historikerin Eva Bendl, wie die Augsburger Museen im frühen 20. Jahrhundert ein ganz neues Geschichtsverständnis in Bayerisch-Schwaben prägten.


Augsburg/TS – Eva Bendl vom Augsburger Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte spricht am 27. Oktober 2015 um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) zum Thema „Fremde Vergangenheit oder 'gute alte Zeit'? Das historische Museum und seine Geschichtsbilder im Wandel“. Der Vortrag bildet den Auftakt zur Reihe „Stadtgeschichte(n): Von der Kontinuität des Wandels in Augsburg“, die das Jakob-Fugger-Zentrum und das Fugger und Welser Erlebnismuseum in diesem Wintersemester zum zweiten Mal gemeinsam organisieren. Der Eintritt ist frei, um telefonische Anmeldung beim Museum wird jedoch gebeten.

Zur Zeit des Übergangs vom 19. zum 20. Jahrhundert begann sich der Blick auf die Geschichte zu verändern. Man betrachtete die Vergangenheit nicht mehr als etwas Fremdes, Andersartiges, sondern als eigene Heimatgeschichte, als Zeit der Vorfahren und Ahnen. Historische Museen trugen entscheidend dazu bei, neue Geschichtsbilder zu popularisieren. Im Augsburger Maximilianmuseum, das von 1907 bis 1909 umgestaltet wurde, verschob sich der Fokus der Daueraus­stellung vom Mittelalter auf die Renaissance, die als „goldene Zeit“ der Stadt Augsburg erschien. Bis heute prägt genau dieses Geschichtsbild die Vorstellung von Einheimischen und Besuchern. In ihrem Vortrag geht Eva Bendl der Frage nach, wie die Kuratoren schwäbischer Museen von 1900 bis in die zwanziger Jahre lokale und regionale Historie interpretierten und präsentierten.

Eva Bendl, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg. Außerdem gehört sie der transdisziplinären Arbeitsgruppe „Forum Musealisierung“ an. Ihre Doktorarbeit „Inszenierte Geschichtsbilder. Museale Sinnbildung in Bayerisch-Schwaben vom 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit“ schloss sie im Februar 2015 mit der Bestnote „summa cum laude“ ab. Die Arbeit wurde mit dem Förderpreis des Bezirks Schwaben für hervorragende Dissertationen ausgezeichnet.

Bewährte Kooperation: Jakob-Fugger-Zentrum und Fugger und Welser Erlebnismuseum

Nachdem im vergangenen Jahr bereits zahlreiche interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer zur Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ ins Fugger und Welser Erlebnismuseum gekommen waren, bietet das Jakob-Fugger-Zentrum die Reihe im laufenden Wintersemester 2015/16 erneut an. Unter dem Titel „Stadtgeschichte(n): Von der Kontinuität des Wandels in Augsburg“ geht es in diesem Semester an drei Abenden um Wandel- und Umbruchprozesse in Augsburg und Bayerisch-Schwaben. Auch dieses Mal steht die Vortragsreihe in engem Bezug zu den Themen, denen sich das Fugger und Welser Erlebnismuseum widmet. Das Museum, das die Geschichte der beiden berühmten Augsburger Handelshäuser innovativ und multimedial erzählt, möchte ein lebendiger Ort sein, an dem auch aktuelle Aspekte von Wirtschaft, Globalisierung, Religion und Ethik im Kontext von Geschichte, Gegenwart und Zukunft erörtert werden – ein idealer Vortragsort für die Reihe „Stadtgeschichte(n)“ des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg.

Das Jakob-Fugger-Zentrum fördert und stärkt als zentrales Forschungsinstitut die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Augsburg und widmet sich zentralen Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer global vernetzten Gesellschaft. Gleichzeitig sucht das Zentrum den engen Kontakt zur Augsburger Stadtgesellschaft. Mit der Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ stellt das Jakob-Fugger-Zentrum spannende Ergebnisse seiner Forschungen vor und ermöglicht gemeinsam mit dem Fugger und Welser Erlebnismuseum den Dialog mit Augsburger Bürgerinnen und Bürgern.

Um Anmeldung wird gebeten

Zum Vortrag „Fremde Vergangenheit oder 'gute alte Zeit'? Das historische Museum und seine Geschichtsbilder im Wandel“ von Eva Bendl, M.A., am 27. Oktober 2015 um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um Anmeldung unter Telefon 0821/45097821 gebeten, da der Platz begrenzt ist. Am Abend können nur noch Restplätze vergeben werden.

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Ansprechpartner:

Dr. Tilman Schröder

Jakob-Fugger-Zentrum

Universität Augsburg

Telefon +49(0)821/598-5924

tilman.schroeder@praesidium.uni-augsburg.de