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UPD 136/16 - 13.10.2016                                 Meldung als pdf

Zerstörung als Faktor romanischer Kathedralarchitektur – in Augsburg und anderswo

Der Bau neuer Kirchen hatte im Mittelalter Hochkonjunktur – allerdings mussten die alten Gotteshäuser zuvor stets erst beseitigt werden. Was dieser Bauboom unter anderem für Augsburg und seinen Dom bedeutete, zeigt der Historiker Dr. Mathias Kluge am 18. Oktober im Fugger und Welser Erlebnismuseum.


Augsburg/TS – Dr. Mathias Kluge vom Augsburger Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte spricht am 18. Oktober 2016 um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) zum Thema „Einstürzende Neubauten: Zerstörung als Faktor romanischer Kathedralarchitektur – in Augsburg und anderswo“. Der Vortrag bildet den Auftakt zur Reihe „Stadtgeschichte(n): Von Bischöfen, Bibeln und Baukunst in Augsburg“, die das Jakob-Fugger-Zentrum und das Fugger und Welser Erlebnismuseum in diesem Wintersemester zum dritten Mal gemeinsam organisieren. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird jedoch gebeten.

Als Epochenmerkmal der Romanik gilt ihre rege Bautätigkeit. Zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert wurden viele Bischofskirchen nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals von Grund auf neu errichtet. Dies gilt auch für den Augsburger Dom. Bischöfe und Könige überboten sich gegenseitig bei der Errichtung und Verschönerung. Die Kirche wurde zum Ort der Erinnerung verdienstvoller Lebensleistung und diente dem Schutz des bestatteten Leichnams. Kirchenneubau besaß in diesem Sinne eine Schlüsselfunktion zur Gestaltung der diesseitigen Gegenwart und der jenseitigen Zukunft. Die romanischen Bischöfe bauten stabil. Nicht zuletzt deshalb wurde die Erneuerung überhaupt erst durch Zerstörung möglich. Begünstigt von kurzer Lebenserwartung und rascher Baugeschwindigkeit ergab sich die Tatsache, dass vielen Neubauten ein erst kürzlich vollendeter Vorgängerbau im Wege stand. In keiner Epoche brannten die Domkirchen öfter als in der Romanik.

Dr. Mathias Kluge lehrt als Akademischer Rat Mittelalterliche Geschichte und ist Mitglied des Hansischen Geschichtsvereins. Nach intensiven Forschungsarbeiten in Archiven und einem Research Fellowship an der University of Alberta in Edmonton (Kanada) wurde er 2013 an der Universität Augsburg promoviert. Seine Dissertation wurde mit dem Förderpreis der Regierung von Schwaben ausgezeichnet. Sein neuartiges Lehrbuch "Handschriften des Mittelalters", das von internationalen Fördergebern unterstützt wurde, ist bereits in zweiter Auflage im Jan Thorbecke-Verlag erschienen. Derzeit erforscht Dr. Kluge die Geschichte der königlichen Schulden im Spätmittelalter.

Bewährte Kooperation: Jakob-Fugger-Zentrum und Fugger und Welser Erlebnismuseum

Nachdem in den vergangenen Semestern bereits zahlreiche interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer zur Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ ins Fugger und Welser Erlebnismuseum gekommen waren, bietet das Jakob-Fugger-Zentrum die Reihe im laufenden Wintersemester 2016/17 erneut an. Unter dem Titel „Stadtgeschichte(n): Von Bischöfen, Bibeln und Baukunst in Augsburg“ geht es in diesem Semester an drei Abenden um heilige Schriften, sakrale Bauten und amerikanische Spuren in Augsburg. Auch dieses Mal steht die Vortragsreihe in engem Bezug zu den Themen, denen sich das Fugger und Welser Erlebnismuseum widmet. Das Museum, das die Geschichte der beiden berühmten Augsburger Handelshäuser innovativ und multimedial erzählt, möchte ein lebendiger Ort sein, an dem auch aktuelle Aspekte von Wirtschaft, Globalisierung, Religion und Ethik im Kontext von Geschichte, Gegenwart und Zukunft erörtert werden – ein idealer Vortragsort für die Reihe „Stadtgeschichte(n)“ des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg.

Das Jakob-Fugger-Zentrum fördert und stärkt als zentrales Forschungsinstitut die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Augsburg und widmet sich zentralen Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer global vernetzten Gesellschaft. Gleichzeitig sucht das Zentrum den engen Kontakt zur Augsburger Stadtgesellschaft. Mit der Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ stellt das Jakob-Fugger-Zentrum spannende Ergebnisse seiner Forschungen vor und ermöglicht gemeinsam mit dem Fugger und Welser Erlebnismuseum den Dialog mit Augsburger Bürgerinnen und Bürgern.

Zum Vortrag „Einstürzende Neubauten: Zerstörung als Faktor romanischer Kathedralarchitektur – in Augsburg und anderswo“ von Dr. Mathias Kluge am 18. Oktober 2016 um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um Anmeldung unter http://www.jfz.uni-augsburg.de oder Tel. 0821/45097821 gebeten, da der Platz begrenzt ist. Am Abend können nur noch Restplätze vergeben werden.

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Ansprechpartner:

Dr. Tilman Schröder
Jakob-Fugger-Zentrum
Universität Augsburg
Telefon +49(0)821/598-5924
tilman.schroeder@praesidium.uni-augsburg.de
http://www.jfz.uni-augsburg.de/