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UPD 78/18 - 25.06.2018                                 Meldung als pdf

Der 12. Viermetz-Wissenschaftspreis geht an Dr. Manuel Trenz

Feierliche Preisübergabe beim Fakultätstag der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am 6. Juli 2018


trenzAugsburg/CS/KPP – Zum zwölften Mal wird in diesem Jahr an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg der Viermetz-Wissenschaftspreis vergeben. Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung hat entschieden, Dr. Manuel Trenz – Akademischer Rat a. Z. am Lehrstuhl für Information Systems und Management –   mit dem diesjährigen Viermetz-Wissenschaftspreis auszuzeichnen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht damit an einen im Urteil der Jury herausragenden Nachwuchswissenschaftler, der wesentlich zur Schärfung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg in Forschung und Lehre beiträgt. Verliehen wird der Preis beim diesjährigen Fakultätstags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am 6. Juli 2018.

Bild: Der diesjährige Viermetz-Wissenschaftspreisträger Dr. Manuel Trenz forscht am Lehrstuhl für Information Systems und Management zur Ausgestaltung der Berührungsräume zwischen physischer und digitaler Welt. Foto: Universität Augsburg/Fotostelle

Wie wirken Digitalisierung und digitale Innovationen auf Individuen? Wie verändern sich Herausforderungen für Konsumenten und Nutzer und damit auch für Unternehmen und Organisationen? Welche Folgen hat dies für die Gestaltung der digitalen Transformation? Mit seiner Forschungs- wie auch mit seiner Lehrtätigkeit eröffnet Dr. Manuel Trenz neue, wegweisende Zugänge zur Erforschung, Strukturierung und Einordnung von Problemstellungen, die die Digitalisierung für Individuen und Unternehmen mit sich bringt.

Derzeit habilitiert Trenz am Lehrstuhl für Information Systems und Management der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg. Gleichzeitig ist er Research Associate in der Forschungseinheit „Digitale Ökonomie“ des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Zuvor wurde er an der interdisziplinären und im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderten Graduate School of Economic and Social Sciences der Universität Mannheim promoviert. Im Rahmen von Forschungsaufenthalten an der Copenhagen Business School, Dänemark, und der University of Southern California, USA, sowie über sein kontinuierliches Engagement als Workshopinitiator, Trackchair oder Gastherausgeber in renommierten Zeitschriften hat Manuel Trenz ein Netzwerk internationaler Partner aufgebaut, in dem er die Universität Augsburg repräsentiert. Seine zahlreichen Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften und Vorträge auf Fachkonferenzen tragen zur internationalen Bekanntheit und zum Ansehen der Augsburger Wirtschaftswissenschaften bei. Als gewählter Mittelbauvertreter engagiert er sich überdies im Rat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und gestaltet so das Universitätsleben aktiv mit.

Online oder offline? Diese Frage stellt sich nicht mehr

Die Verbreitung mobiler Endgeräten, des Internets der Dinge, künstlicher Intelligenz und cloudbasierter Dienste lässt die Grenzen zwischen physischer und digitaler Welt verschwimmen. In einem Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich Manuel Trenz mit der Ausgestaltung der Berührungsräume von physischer und digitaler Welt. Ein Anwendungsfeld ist die Digitalisierung im Einzelhandel, verbunden mit der Fragestellung, wie Onlinekanäle und lokale Geschäfte miteinander verzahnt werden können und wann bestimmte Arten der Integration wertstiftend für Kunden und Firmen sind. Ähnliche Herausforderungen ergeben sich bei der Gestaltung der sogenannten Sharing Economy, die Trenz im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts untersucht. Digitale Plattformen werden dabei zur Vermittlung und Koordinierung der gemeinsamen Nutzung von Gegenständen (z. B. Bohrmaschine) und Ressourcen (z. B. Mitfahrzentrale) eingesetzt. Hier folgt auf eine digitale Interaktion häufig eine persönliche Komponente, die sich im Verleihen selbst, in einer Übergabe oder in gemeinsam verbrachter Zeit ausdrückt. Doch wie können digitale Plattformen das Teilen mit Fremden ermöglichen und welche Mechanismen sind dafür notwendig? Wie kann der Übergang zwischen digitalen und persönlichen Interaktionen erleichtert werden? Was sind Auswirkungen und Grenzen dieser Geschäftsmodelle?

Komplexe digitale Dienste – perplexe Nutzer und Konsumenten

In einem weiteren Forschungsfeld untersucht Trenz Unsicherheiten, die sich dadurch ergeben, dass Konsumenten und Nutzer die Funktionsweise digitaler Dienste nicht vollständig verstehen (können). Diese Unsicherheiten treten insbesondere bei komplexen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder cloudbasierten Diensten auf. Obwohl diese Technologien Einzug in unseren beruflichen und privaten Alltag halten, bleibt Nutzern meist unklar, wie sie funktionieren. Hinzu kommt die allgegenwärtige Unsicherheit bezüglich der Weitergabe der von solchen Anwendungen und Diensten gesammelten Nutzerdaten. Wann, warum und wie interagieren Individuen dennoch mit derartigen Diensten? Wann zahlen sie dafür, wann teilen sie persönliche Daten und welche Risiken kann dies mit sich bringen? Wie kann das Spannungsfeld zwischen Datenbedarf von Unternehmen und der Selbstbestimmung und Privatsphäre von Nutzern gestaltet werden? Das in Trenz' empirischen Forschungsarbeiten entwickelte Verständnis des Zusammenspiels von Technologiecharakteristika und den Wahrnehmungen und Handlungen von Konsumenten ist zentrale Voraussetzung für die profitable und gleichzeitig sozialverträgliche Ausgestaltung digitaler Dienste.

Mit Methoden und Theorien zur Lösung der Probleme von morgen

In seiner Lehrtätigkeit legt Manuel Trenz besonderen Wert auf eine enge Verzahnung zwischen methodischer, theoretischer und fachlicher Ausbildung. Erstes Ziel von Veranstaltungen wie „Empirical Methods“ oder „Digital Transformation Research“ ist es daher, fundiertes theoretisches Wissen und methodische Fertigkeiten aufzubauen, um es den Studierenden zu ermöglichen, zukünftige praktische Probleme strategisch und konstruktiv zu adressieren: „Die voranschreitende Digitalisierung wird uns vor Herausforderungen stellen und Möglichkeiten eröffnen, von denen wir heute noch nichts ahnen. Studierende müssen daher die Werkzeuge und Denkweisen verinnerlichen, die notwendig sind, um neuartige Herausforderungen zu strukturieren und die Digitalisierung von Leben und Wirtschaft zu gestalten.“, so der Preisträger.

Preisverleihung mit einem Festvortrag der geschäftsführenden Gesellschafterin der MAWA GmbH, Michaela Schenk

Die feierliche Preisverliehung beginnt am Freitag, dem 6. Juli 2018, um 16.00 im Hörsaalgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Gebäude K, Universitätsstraße 20, 86159 Augsburg). Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher wird als Vorsitzender der Jury des Wissenschaftspreises der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung die Laudatio auf den Preisträger halten. Nach der Preisverleihung durch Dr. Maximilian Viermetz folgt der Festvortrag von Michaela Schenk, geschäftsführende Gesellschafterin der MAWA GmbH, mit dem Titel „Ein Kleiderbügel geht um die Welt – Herausforderungen der Globalisierung im Mittelstand“. Gegen 18.00 Uhr geht die Veranstaltung in das traditionelle Sommerfest der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über.

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Anhang I: Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Am 16. Dezember 2003 errichtete das Ehepaar Kurt und Felicitas Viermetz die nach ihm benannte Stiftung in Augsburg. Stiftungszweck ist die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur in Augsburg und Bayerisch-Schwaben sowie die Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. In den vergangenen Jahren konnte aus den Erlösen des Stiftungsvermögens eine Vielzahl von Projekten und Initiativen unterstützt werden. Die Entscheidungen trifft ein sechsköpfiges Kuratorium. Ihm gehören – nach dem Tod des Stifterehepaares – an: Dr. Peter Menacher und Dr. Maximilian Viermetz (Stiftungsvorstände), Hannelore Viermetz-Schaddach, Dr. Theo Waigel, Ludwig Schmid und Harald Labbow. Die Stiftung will mit ihren Fördermaßnahmen nicht die Öffentlichen Hände ersetzen, sondern diese ergänzen und nach dem Prinzip des „matching gift“ weitere Förderer ermutigen.

Weitere Informationen zur Stiftung (Broschüre, Vermittlung von Gesprächspartnern etc.) sind erhältlich im Büro der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung (info@viermetz-stiftung.de oder Fax 0821/ 241 33 91).

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Anhang II: Der Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Im Jahre 2006 beschloss das Kuratorium einen Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Vier- metz Stiftung zur Stärkung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg zu stiften. Er wurde mit 10.000 Euro hoch dotiert. Da sich die Wissenschaftslandschaft durch Wettbewerbe wie das Elitenetzwerk Bayern, die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und die gezielte Forschungsförderung in Deutschland und in der EU ausdifferenziert, bedürfen herausragende Leistungen der verstärkten Anerkennung. Zu den Kriterien zählen neben Publikationen in national und international besonders stark wahrgenommenen wissenschaftlichen Zeitschriften die Beiträge zum Lehr- und Forschungsprofil der Fakultät, Teilnahme an Förderprogrammen für die Forschung und die Gestaltung entsprechend profilierter Lehrangebote. Damit kann im Rahmen der Cluster-Struktur der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowohl die Forschungskompetenz als auch eine vertiefte Lehre gestärkt werden. Fast alle bisherigen Preisträger haben einen Ruf an eine Universität erhalten und belegen damit den hohen Qualitätsanspruch des Viermetz-Wissenschaftspreises.

Die Vorschläge für den Preis kommen aus der Fakultät und werden zunächst einem strengen internen Beurteilungsverfahren unterzogen. Auch externe Gutachter werden angefragt. Danach entscheidet die Jury, der Prof. Dr. Peter Welzel als Vertreter der Gesamtuniversität, Prof. Dr. Robert Klein als Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und die Stiftungsvorstände Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher und Dr. Maximilian Viermetz angehören.

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Pressebild zum Download:

trenzDer diesjährige Viermetz-Wissenschaftspreisträger Dr. Manuel Trenz forscht am Lehrstuhl für Information Systems und Management zur Ausgestaltung der Berührungsräume zwischen physischer und digitaler Welt. Foto: Universität Augsburg/Fotostelle