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UPD 81/18 - 03.07.2018                                 Meldung als pdf

Mit dem „Augsburg-Spiel“ erfolgreich beim Schülerlandeswettbewerb Geschichte

Schülerinnen und Schüler der Centerville-Schule nehmen am 3. Juli in München einen Hauptpreis entgegen / Mit ihnen freut sich die Augsburger Geschichtsdidaktik


Wobring1Augsburg/MW/KPP – Die Klasse 7b der Centerville-Schule, unter der Leitung von Klassenlehrer Marius Wilde, hat sich erfolgreich am Schülerlandeswettbewerb 2017/18 „Bayern um 1500 – Zeit für Neues?“ beteiligt. Geleitet von ihrem Lehrer Marius Wilde und begleitet von zwei Schulpraktikantinnen des Augsburger Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte, schuf die Klasse ein dreidimensionales „Augsburg Spiel“, mit dem sich die Neuerungen und Besonderheiten der Freien Reichstadt Augsburg im Zeitalter der Reformation spielerisch ergründet lassen. Die Jury des Schülerlandeswettbewerbs prämierte die Konzeption und Umsetzung des Projekts mit einem der Hauptpreise. Zur Preisverleihung ist die ganze Klasse am 3. Juli 2018 in den Bayerischen Landtag nach München eingeladen.

Bild: Wer mit Glück würfelt und die Fragen richtig beantwortet, kommt am schnellsten zum Ziel. Aber auch, wer weniger Würfelglück hatte, wird beim Spielen des "Augsburg-Spiels" viel über die Stadt und ihre  Bedeutung im 14./15. Jahrhundert gelernt haben. Foto: privat

Die Idee zum Bau eines Stadtmodells von Augsburg um 1500 während eines studienbegleitenden Praktikums, bei dem Lehramtsstudentinnen des Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte der Universität Augsburg ihre Unterrichtskonzepte zur Geschichte 16. Jahrhundert in der Klasse von Marius Wilde realisierten: Warum nicht die Lerninhalte in ein Spiel umsetzen, das den regulären Unterricht begleiten und das Lernen effektiv unterstützen kann?

Das dachten sich die beiden Praktikantinnen, Janiene Ohneiser und Stefanie Schwab, um sich dem ehrgeizigen Vorhaben engagiert. Die beiden Studentinnen begleiteten die Klasse über die Zeit ihres Praktikums und unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung des Projekts. Auf dem Arbeitsplan standen Stadterkundungen und Begehungen mit Referaten, Recherchen, Untersuchungen und mühevolle Erarbeitungen, Anproben historischer Kostüme sowie Bastel- und Modellierarbeiten. Bis das historische Augsburg mit Hilfe der Schüler auf dem Spielbrett entstanden war und zum Einsatz kommen konnte verging ein halbes Jahr.

Lerninhalte als Spielfragen

Die Lerninhalte wurden von den Ohneiser und Schwab in Spielfragen überführt. Die Grundlage dazu bildete der neue LehrplanPlus mit seinen Kompetenzmodellen. Für die didaktischen Überlegungen stand Dr. Michael Wobring vom Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte beratend zur Seite. Wer mit Glück würfelt und die Fragen richtig beantwortet, kommt am schnellsten zum Ziel.

Aufwand und Mühe aller Beteiligten haben sich gelohnt: Am 3. Juli holt sich die Klasse 7b mit ihrem Klassenlehrer Wilde im im Bayerischen Landtag in München einen der Hauptpreise des Schülerlandeswettbewerb 2017/18 „Bayern um 1500 – Zeit für Neues?“ ab.

Die inhaltliche Ausrichtung dieses Wettbewerbs zielte auf die Innovationen des Reformationszeitalters und auf deren Auswirkung. Dementsprechend geht es im preisgekrönten Augsburg-Spiel um die Fragen: Was war neu in Augsburg vor 500 Jahren? Was davon hatte Bedeutung über Augsburgs Grenzen hinweg? Und was hat Bedeutung über die Zeit hinweg bis in unsere Gegenwart?

Spielerischer Umgang mit dem Lernstoff

"Spielkarten mit kompetenzorientierten Fragestrategien ermöglichen einen spielerischen Umgang mit dem Lernstoff und erleichtern das Lernen, das Wiederholen und das Vertiefen. Die Spielsets fordern den Ehrgeiz der der Schülerinnen auf drei Niveaustufen heraus", erläutert Wobring aus didaktischer Perspektive, aus der es auch wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler über die gesamte Entstehungszeit des Spiels hinweg umfassende Erfahrung im projektorientierten Arbeiten sammeln konnten. "Insbesondere bei der Umsetzung der Modellstadt konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten produktiv ergänzen – immer das das gemeinsam zu konzipierende und zu realisierende Endprodukt, das Modell der Historischen Stadt Augsburg, als gemeinsames Ziel vor Augen."

Das Spiel soll nun auch anderen Klassen, Lehrkräften und Eltern präsentiert werden. Schülerinnen und Schülern, die neu in Augsburg sind, kann das Spiel den Zugang zur Stadt und ihrer vielfältigen Geschichte erleichtern.

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Kontakt:

Dr. Michael Wobring
Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte
Telefon 0821/598-5499
michael.wobring@philhist.uni-augsburg.de