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UPD 122/18 - 05.11.2018                                 Meldung als pdf

Strafrecht zwischen Revolution und Republik

Rechtswissenschaftler und Historiker zur Frage, wie sich die Umbruchphase zwischen Novemberrevolution und Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung auf das deutsche Strafrecht niederschlug


Augsburg/AK/KPP – Am 9. November 2018 jährt sich die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann zum einhundertsten Mal. Die Umbruchphase – Thomas Mann sah die „Welt in ein neues, noch namenloses Sternzeichen eintreten“ – war mit großen Hoffnungen verbunden, führte jedoch zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und mündete dementsprechend in Enttäuschungen. Welchen Einfluss jene Zeit zwischen November 1918 und August 1919 auf das Strafrecht hatte, diskutiert eine Tagung am 9. und 10. November 2018 an der Juristischen Fakultät.

Obwohl die Phase zwischen der Novemberrevolution des Jahres 1918 und der Etablierung der ersten deutschen Republik im Sommer des Jahres 1919 eine tiefe Zäsur markiert, ist sie bislang nur ausschnittsweise Gegenstand rechtshistorischer Forschung gewesen. Dabei schlagen sich derartige Umbrüche auf die Ausgestaltung und Anwendung des Rechts nieder, auch und gerade des Strafrechts, das nach einem geflügelten Wort ein Seismograph der Staatsverfassung ist.

"Unsere Tagung, auf der Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler aller Teildisziplinen gemeinsam mit Historikern referieren werden, soll dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schließen", so der Strafrechtswissenschaftler und Rechtshistoriker Prof. Dr. Arnd Koch, der die Tagung gemeinsam mit seinem Augsburger Kollegen Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Kubiciel und dem Regensburger Rechtshistoriker Prof. Dr. Martin Löhnig veranstaltet. Ausgangspunkt sei die Hypothese, dass in der Zeit zwischen Revolution und Republik die Grundlagen für Institutionen und Denkfiguren gelegt wurden, die die Weimarer Zeit prägten und – in dann radikalisierter Form – bis zur NS-Zeit fortwirkten.

Öffentlicher Abendvortrag am 9. November

Das Tagungsprogramm umfasst zwölf Vorträge, darunter am 9. November einen öffentlichen Abendvortrag von Prof. Dr. Dietmar Süß (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg) mit dem Titel "1918 – Deutungen der Revolution im historischen Wandel" (Beginn 18.30 Uhr, im Hörsaal 2001 der Juristischen Fakultät (Gebäude H), Universitätsstraße 24, 86159 Augsburg).

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Tagungsflyer mit ausführlichem Programm:

http://www.jura.uni-augsburg.de/lehrende/professoren/koch/Downloads-pdf/Tagung-2018.pdf

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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Arnd Koch
Telefon 0821/598-4975
arnd.koch@jura.uni-augsburg.de