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UPD 22/19 - 04.02.2019                                 Meldung als pdf

Das Anthropozän - Konsequenzen für die parlamentarische Demokratie?

Klaus Töpfer in Augsburg

Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit a. D, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer kommt als Gastdozent ans Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg / Drei öffentliche Veranstaltungen und ein Workshop für Studierende im Mai und Juni.


Augsburg/AR/KPP – Die Bilder seines Sprungs in den Rhein als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sind zeithistorische Ikonen. In seine Amtszeit fällt aber auch die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro – einer der großen Meilensteine der internationalen Umweltpolitik: Klaus Töpfer wird im Mai und Juni 2019 Gastdozent am Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg sein. Zu drei öffentlichen Vorträgen, die Töpfer im Rahmen dieser Gastdozentur zum Thema „Das Anthropozän – Konsequenzen für die parlamentarische Demokratie?“ halten wird, ist auch die interessierte Öffentlichkeit wieder herzlich eingeladen.

Der Begriff Anthropozän wurde im Jahr 2000 von dem Atmosphärentechniker und Nobelpreisträger Paul J. Crutzen und dem Biologen Eugene F. Stoermer in die umweltwissenschaftliche Debatte eingeführt. Als „Zeitalter des Menschen“ übersetzt, wurde er breit aufgegriffen und markiert ein neues geologisches Zeitalter, in dem die menschlichen Eingriffe in die Natur so gravierend geworden sind, dass sie einen dominanten geophysikalischen Einfluss auf das Erdsystem genommen haben. Aus der Diagnose dieser massiven Einflussnahmen folgt eine Verantwortlichkeit der Menschheit, die eigene Stellung zur Natur und zum Kosmos neu zu überdenken und zu bestimmen. Klaus Töpfer beleuchtet in seinen Vorträgen, welche Konsequenzen sich daraus für das politische System und die parlamentarische Demokratie ergeben.

Am 7. und 21. Mai und am 18. Juni

Die drei Vorträge werden am 7. und 21. Mai und am 18. Juni 2019 an der Universität sowie im Rokokosaal der Regierung von Schwaben und in der Stadtbücherei Augsburg stattfinden (Eintritt frei, Details werden rechtzeitig bekanntgegeben).

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Zur Person: Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Klaus Töpfer

Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit a.D., Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer ist ein Pionier des internationalen Umweltschutzes. Er wurde 1938 in Waldenburg/Schlesien geboren. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre führte ihn an die Universitäten Mainz, Frankfurt und Münster, wo er 1968 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. In Münster war er zwischen 1965 und 1971 zunächst Assistent, dann Leiter am Zentralinstitut für Raumforschung und Landesplanung. 1971 wurde er Leiter der Abteilung Planung und Information in der Staatskanzlei des Saarlandes. 1978 folgte die Ernennung zum Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Umwelt Rheinland-Pfalz. Dort wurde er 1985 Umweltminister, um dann von 1987 bis 1994 Deutschlands zweiter Bundesumweltminister zu werden.

Nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 wurde Klaus Töpfer Vorsitzender der “Commission on Sustainable Development“ (CSD) der Vereinten Nationen. 1998 übernahm er das Amt des Exekutiv-Direktors des UN-Umweltprogramms in Nairobi (UNEP). 2009 wurde er Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. In diesen Funktionen wurde Klaus Töpfer zu einem der prägenden Protagonisten des globalen Umweltschutzes, der entscheidend zur Debatte über Nachhaltigkeit beitrug.

Klaus Töpfer ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Theodor Heuss Preis, dem Toleranzpreis der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, dem Elisabeth-Mann-Borgese-Meerespreis, und dem Bayerischen Naturschutzpreis des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

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Die Internationale Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum

... bietet Studierenden und Lehrenden der Universität Augsburg sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, international ausgewiesene Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst in Augsburg zu erleben. Mit Vorträgen, Seminaren und Debatten zu zentralen Fragen unserer Zeit fördert die Internationale Gastdozentur den Austausch zwischen den Dozentinnen und Dozenten, der Universität Augsburg und der Stadtgesellschaft. Die Internationale Gastdozentur ist eine gemeinsame Initiative der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten und des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg.

Mit Klaus Töpfer, der auf Einladung der Philologisch-Historischen, Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen und der Katholisch-Theologischen Fakultät Gast am JFZ ist, wird die Internationale Gastdozentur inzwischen zum fünften Mal seit ihrer Einrichtung besetzt. Ihre bisherigen Inhaber waren der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor, der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide, die iranisch-kanadische Soziologin Haideh Moghissi und der Theoretiker der Postkolonie Achille Mbembe.

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Ansprechpartnerin:

Dr. Andrea Rehling
Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg
Telefon +49(0)821/598-5924
andrea.rehling@praesidium.uni-augsburg.de