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UPD 98/19 - 03.07.2019                                 Meldung als pdf

Viermetz-Wissenschaftspreis 2019 geht an Dr. Katharine Wirsching

Feierliche Preisübergabe beim Fakultätstag der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am 5. Juli 2019


IMG_Katharine WirschingAugsburg – Zum dreizehnten Mal wird heuer der Viermetz-Wissenschaftspreis vergeben. Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung hat sich in diesem Jahr für Dr. Dr. Katharine Wirsching Akademische tin am Lehrstuhl für Unternehmensführung und Organisation – als Preisträgerin entschieden. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht damit an eine im Urteil der Jury herausragende Nachwuchswissenschaftlerin, die wesentlich zur Schärfung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg in Forschung und Lehre beiträgt. Verliehen wird der Preis beim diesjährigen Fakultätstags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg am 5. Juli 2019.

Bild: Die Viermetz-Wissenschaftspreisträgerin Dr. Katharine Wirsching. Foto: privat

Unterscheiden sich Familienunternehmen hinsichtlich ihrer Governancestruktur von anderen Unternehmenstypen? Und wenn ja, wirkt sich Familieneinfluss positiv auf das Unternehmensergebnis aus? Sind eigentümergeführte Unternehmen innovativer? Sollte die Familie ihren Einfluss durch eine Kontrollfunktion im Aufsichtsrat geltend machen und das Management in „professionelle Hände“ abgeben? Warum gibt es in Deutschland vor allem in ländlichen Regionen Hidden Champions und was ist das Erfolgsrezept dieser unbekannten Weltmarktführer? Mit diesen und ähnlichen Fragestellungen beschäftigt sich Dr. Katharine Wirsching im Kern in ihrer Forschung.

In ihrer Promotion, die sie im Jahr 2015 erfolgreich abgeschlossen hat, setzte sie sich unter Zuhilfenahme verschiedener empirischer Methoden mit der ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen auseinander. Zurzeit habilitiert Wirsching am Augsburger Lehrstuhl für Unternehmensführung & Organisation. Forschungs- und Lehraufenthalte führten sie an die Università degli studi di Bergamo (IT) sowie an die Indiana University in Bloomington (USA), an deren Institute for Development Strategies sie Research Fellow ist.  Als ambitionierte junge Wissenschaftlerin und engagiertes Mitglied der Scientific Community richtet Katharine Wirsching ihre Forschung international aus, sie präsentiert ihre Forschungspapiere regelmäßig auf einschlägigen Tagungen im In- und Ausland. Ihre Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften tragen zur internationalen Bekanntheit und zum Ansehen der Augsburger Wirtschaftswissenschaften bei.

Breites Themenspektrum in der Forschung

In einem weiteren Forschungsfeld beschäftigt sich die Wirtschaftswissenschaftlerin mit Entrepreneurship. Hier untersucht sie die Bedeutung regionaler und kontextbezogener Einflüsse, im Besonderen auch Fragestellungen die sich mit Female und Immigrant Entrepreneurship beschäftigen. Ländervergleiche hinsichtlich der unterschiedlichen Motive von Gründungen zeigen beispielsweise, dass Frauen eher aus der Notwendigkeit, ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können gründen, wohingegen Männer auf wahrgenommene Marktchancen reagieren. Auch Barrieren und Hemmnisse im Gründungsprozess werden von Frauen, insbesondere wenn diese einen Migrationshintergrund haben, anders wahrgenommen und stellen sie vor besondere Herausforderungen. Staatliche Förderprogramme sollten diese Hemmnisse gezielt adressieren, wenn Frauen zur Unternehmensgründung bewegt werden sollen, meint Wirsching, die sich auf einem dritten Forschungsfeld mit der Bedeutung von Unternehmertum für Regionen und den Interdependenzen zwischen Unternehmen, staatlichen (Bildungs-)Einrichtungen und Infrastruktur auseinandersetzt. Die Frage, ob Unternehmen Wissen, das in ihrer Umgebung beispielsweise von Universitäten generiert wird, aufnehmen und nutzen können und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, führt letztlich auch zu konkreten Handlungsempfehlungen für politische Entscheider. Der Beitrag „Firm Performance and Regional Innovation Mechanisms: The Moderating Role of Absorptive Capacities“, den Wirsching und ihre Koautoren zu diesem Thema verfasst haben, wurde auf einer der meist beachteten Konferenzen im Feld Entrepreneurship mit einem Best Paper Award ausgezeichnet.

Hohes Engagement in der akademischen Selbstverwaltung

Wirschings Interesse an gesellschaftlich relevanten Themen spiegelt sich auch in ihrem Engagement in der akademischen Selbstverwaltung wider. Sie ist bereits seit Oktober 2011 als Frauenbeauftragte der Fakultät Mitglied des Fakultätsrates und wirkte in dieser Funktion in verschiedenen Berufungskommissionen der letzten Jahre mit. Ihr Einsatz und ihre konstruktive Mitarbeit haben signifikant dazu beigetragen, die Diversität in der Fakultät auszubauen. Darüber hinaus setzt sie sich besonders für die Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses ein und gibt so immer wieder Impulse für die Weiterentwicklung der Fakultät. Im Oktober 2017 hat sie ihr Engagement weiter ausgebaut. Sie ist seither gewählte Vertreterin der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und beratendes Mitglied der erweiterten Universitätsleitung der Universität Augsburg, sowie stimmberechtigtes Mitglied der ständigen Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Vorbildlicher Einsatz für Studierende und Internationalisierung

Katharine Wirschings Einsatz für studentische Belange zeigt sich insbesondere in ihrem Wirken für internationale Studierende an der Fakultät. Im Jahr 2013 war sie maßgeblich an der Konzeption der fakultätseigenen internationalen Summer School „Global Perspectives of Public and Private Sector Interaction“ mit ausgewählten Partneruniversitäten beteiligt. Mittlerweile organisiert sie zum sechsten Mal diese Summer School, die neben Augsburger Studierenden auch Erasmus Austauschstudierenden und Studierenden der Partneruniversitäten in Bergamo (IT) und Bloomington (USA) offensteht. Der Erfolg dieser Summer School zieht ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder auch für längere Aufenthalte an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und trägt so zur internationalen Bekanntheit der Fakultät und der Spitzenposition innerhalb der Universität Augsburg bei der Aufnahme internationaler Studierender bei. Bei der individuellen Betreuung in den internationalen Teams der Summer School, aber auch bei Abschlussarbeiten und Consulting und Research Projects des Bachelor- und Masterstudienganges GBM zeigt Dr. Wirsching großes Engagement, hohe Flexibilität und sehr viel Kreativität, was ihr ihre Studierenden mit einer hohen Nachfrage und durchwegs positiven Lehrevaluationen honorieren. In ihren Seminaren und Vorlesungen zum Thema Corporate Governance legt sie großen Wert auf die Vermittlung theoretischer Konzepte, deren Anwendung auf reale Problemstellungen sowie auf die Herleitung potentieller Lösungsansätze. Den Studierenden wird so das methodische Werkzeug mit an die Hand gegeben, welches sie in einer globalen Wirtschaft brauchen, um zukünftig erfolgreich mitgestalten zu können.

Podiumsdiskussion mit Marcel Reif und Prof. Dr. Thomas Schwartz

Die Preisverleihung beginnt am Freitag, dem 5. Juli 2019, um 16.00 im Hörsaalgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Universitätsstraße 20, Gebäude K, 86159 Augsburg). Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher wird als Vorsitzender der Jury des Wissenschaftspreises der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung die Laudatio auf die Preisträgerin halten. Die Preisverleihung übernimmt Dr. Maximilian Viermetz.

Im Anschluss bestreiten der Sportjournalist Marcel Reif und Prof. Dr. Thomas Schwarz, Honorarprofessor für Wirtschafts- und Unternehmensethik,  eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sport und Moral: passt das noch zusammen?“. Die Moderation übernimmt der Vizepräsident der Universität Augsburg, Prof. Dr. Peter Welzel. Gegen 18.00 Uhr geht die Veranstaltung in das traditionelle Sommerfest der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über.

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Anhang I: Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Am 16. Dezember 2003 errichtete das Ehepaar Kurt und Felicitas Viermetz die nach ihm benannte Stiftung in Augsburg. Stiftungszweck ist die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur in Augsburg und Bayerisch-Schwaben sowie die Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. In den vergangenen Jahren konnte aus den Erlösen des Stiftungsvermögens eine Vielzahl von Projekten und Initiativen unterstützt werden. Die Entscheidungen trifft ein sechsköpfiges Kuratorium. Ihm gehören – nach dem Tod des Stifterehepaares – an: Dr. Peter Menacher und Dr. Maximilian Viermetz (Stiftungsvorstände), Hannelore Viermetz-Schaddach, Dr. Theo Waigel, Ludwig Schmid und Harald Labbow. Die Stiftung will mit ihren Fördermaßnahmen nicht die Öffentlichen Hände ersetzen, sondern diese ergänzen und nach dem Prinzip des „matching gift“ weitere Förderer ermutigen.

Weitere Informationen zur Stiftung (Broschüre, Vermittlung von Gesprächspartnern etc.) sind erhältlich im Büro der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung (info@viermetz-stiftung.de oder Fax 0821/ 241 33 91). 

Anhang II: Der Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Im Jahre 2006 beschloss das Kuratorium einen Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Vier- metz Stiftung zur Stärkung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg zu stiften. Er wurde mit 10.000 Euro hoch dotiert. Da sich die Wissenschaftslandschaft durch Wettbewerbe wie das Elitenetzwerk Bayern, die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und die gezielte Forschungsförderung in Deutschland und in der EU ausdifferenziert, bedürfen herausragende Leistungen der verstärkten Anerkennung. Zu den Kriterien zählen neben Publikationen in national und international besonders stark wahrgenommenen wissenschaftlichen Zeitschriften die Beiträge zum Lehr- und Forschungsprofil der Fakultät, Teilnahme an Förderprogrammen für die Forschung und die Gestaltung entsprechend profilierter Lehrangebote. Damit kann im Rahmen der Cluster-Struktur der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowohl die Forschungskompetenz als auch eine vertiefte Lehre gestärkt werden. Fast alle bisherigen Preisträger haben einen Ruf an eine Universität erhalten und belegen damit den hohen Qualitätsanspruch des Viermetz-Wissenschaftspreises.

Die Vorschläge für den Preis kommen aus der Fakultät und werden zunächst einem strengen internen Beurteilungsverfahren unterzogen. Auch externe Gutachter werden angefragt. Danach entscheidet die Jury, der Prof. Dr. Peter Welzel als Vertreter der Gesamtuniversität, Prof. Dr. Robert Klein als Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und die Stiftungsvorstände Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher und Dr. Maximilian Viermetz angehören.

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Pressebild zum Download:

IMG_Katharine WirschingDie Viermetz-Wissenschaftspreisträgerin Dr. Katharine Wirsching. Foto: privat