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UPD 62/08 - 03.05.2008

Schwäbischer Kunstsommer 2008:

Weiterbildungswilliger Beatboxer? Oder auf der Suche nach dem perfekten Plot?

In den Meisterkursen von Valeri Scherstjanoi und Ilija Trojanow sind bei der kommenden Akademie der Schönen Künste in Irsee noch Plätze frei!


Zum 21. Mal findet vom 2. bis zum 10. August 2008 der "Schwäbische Kunstsommer" im Allgäuer Kloster Irsee statt (siehe http://idw-online.de/pages/de/news248481 und http://idw-online.de/pages/ de/event22820). Diese Sommerakademie der Schönen Künste, die die Universität Augsburg zusammen mit der Schwabenakademie Irsee veranstaltet, hat das Motto "Kunst leben" und formuliert damit ihren Anspruch auf ein übergreifendes und interdisziplinäres Kunstverständnis, das einmal mehr im intensiven Miteinander von Malerei, Tanz, Musik und Literatur gepflegt werden soll. Die Literatur ist in diesem Jahr mit zwei Meisterkursen präsent: Valeri Scherstjanoi lädt zu einer intensiven Woche mit "Experimenteller Poesie" ein, Ilija Trojanow zur Auseinandersetzung mit der Frage "Wie begeht ein Autor den perfekten Plot?" Für beide Kurse sind Bewerbungen noch möglich.

Experimentelle Poesie im Lautland mit Valeri Scherstjanoi

Der gebürtige Russe und Wahlberliner Valeri Scherstjanoi formt Mundfertigkeit und Lautmalerei zur Poesie. Er arbeitet mit dem poetischen Witz und der Hintergründigkeit eines Ernst Jandl oder eines Kurt Schwitters. Sein Meisterkurs richtet sich an poetische Akrobaten - auch an solche, die sich in der neuen Disziplin des Beatboxing üben -, ebenso sollen sich Lautdichter aus den Reihen der Schauspielkunst angesprochen fühlen oder Literaten, denen das Terrain des gebunden Wortes zu eng geworden ist. (Details zu Teilnahmevoraussetzungen und Bewerbungsunterlagen unter http://www.kunstleben.info/das_programm_2008/lautpoesie.html)

Ilija Trojanow: Wie begeht ein Autor den perfekten Plot?

Geschichten zu erzählen, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Doch als Bestandteil des literarischen Gelingens wird diese Fertigkeit oft unterschätzt. Ilija Trojanow will sich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seines Meisterkurses um die Architektur der Handlung kümmern, um die Statik, die Ökonomie und die Räumlichkeit des Plots und um die wichtige Wechselwirkung zwischen der Entwicklung der Handlung und der Figuren. "Auch werden wir über die Scharniere der Dramaturgie reflektieren", so Trojanow, "über die Kulminationspunkte, über die Kunst des Anfangs und des Endes." (Details zu Teilnahmevoraussetzungen und Bewerbungsunterlagen unter http://www.kunstleben.info/das_programm_2008/literatur.html)

... stehen Stipendien zur Verfügung.

Nach wie vor um die Teilnahme an der Meisterkursen von Trojanow und Scherstjanoi bewerben können sich professionelle Künstlerinnen und Künstler sowie nachweislich qualifizierte Laien. Die Teilnahmegebühr beträgt 998 Euro, beim Nachweis finanzieller Bedürftigkeit stehen Stipendien zur Verfügung, die den Eigenbeitrag auf bis zu 350 Euro reduzieren können.

Einen detaillierten Überblick über das Programm des "Schwäbischen Kunstsommers 2008" sowie über Teilnahmevoraussetzungen, Anmeldungsmodalitäten etc. gibt die Kunstsommerhomepage http://www.kunstsommer.info
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Fotos zu dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news258463
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Ansprechpartnerin:

Konstanze Frölich
Leitung Schwäbischer Kunstsommer
Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW)
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-4117
konstanze.froelich@zww.uni-augsburg.de
http://www.kunstsommer.info
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Weitere Informationen:

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Anhang 1: Zu Ilija Trojanow

  • Schriftsteller, Übersetzer, Verleger
  • 1965 in Bulgarien geboren
  • 1971 Flucht mit den Eltern nach Deutschland
  • 1972 - 1984 in Nairobi mit dreijähriger Unterbrechung in Deutschland (1977 - 1981)
  • 1984 - 1989 Studium von "Jura, Ethnologie und Havarie" an der LMU München
  • 1989 Gründung des Marino Verlags, mit Spezialisierung auf afrikanische Literatur
  • Anfang der 1990er Jahre Reisen durch Afrika
  • 1996 erster Roman "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" (Carl Hanser)
  • 1998 Übersiedelung nach Bombay und journalistische Tätigkeit (Reportagen und Essays u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung)
  • 2001 dreimonatiger Fußmarsch durch Tansania auf den Spuren des englischen Entdeckers und Orientalisten Sir Richard Francis Burton (1821 - 1890)
  • 2006 Veröffentlichung des Romans über Burton "Der Weltensammler" (Preis der Leipziger Buchmesse und monatelang auf den Bestsellerlisten in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich
  • Mai 2007 Reportagenband "Nomade auf vier Kontinenten"
  • Herbst 2007 der Essay "Kampfabsage" (zusammen mit dem indischen Publizisten Ranjit Hoskoté)

Ilija Trojanow ist Träger des Bertelsmann-Literaturpreises (beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1995). des Marburger Literaturpreises (1996), des Adalbert-von-Chamisso-Preises (2000) sowie des Berliner Literaturpreises 2007 |und des Mainzer Stadtschreiberpreises (beide 2007). Seine Bücher wurden ins Arabische, Bulgarische, Chinesische, Englische, Französische, Holländische, Italienische, Katalanische, Koreanische, Polnische, Russische, Spanische, Tschechische und Türkische übersetzt.
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Anhang 2: Zu Valeri Scherstjanoi

  • 1950 in der Sowjetunion geboren
  • Germanistikstudium an der Staatlichen Universität in Krasnodar/Russland
  • 1979 Übersiedlung in die DDR
  • zu Beginn der 80er Jahre gescheiterter Versuch, als Russischlehrer in der Volksbildung zu arbeiten
  • 1983 -1985 Nachtwächter in einem Berliner Gehörlosenkinderinternat
  • anschließend freier Dolmetscher und Übersetzer
  • Performances im Underground der DDR
  • 1982 Begegnung mit Carlfriedrich Claus und Beginn der eigenen experimentellen lautpoetischen Arbeit mit Veröffentlichungen im Westen
  • 1989 - 1993 Arbeit im Atelier von Robert Rehfeldt
  • schon seit 1968 Beschäftigung mit der Geschichte des russischen Futurismus und die ersten Lesungen
  • seit 1981 in Berlin/Ost als freischaffender Lautdichter, Autor und Zeichner (Scribentist) tätig
  • seit der Wende über 300 Performances und Lesungen in den meisten Ländern Westeuropas bei Internationalen Festivals sowie Ausstellungen von "ars scribendi/poesia sonora"
  • zahlreiche radiophone Hörspiele im BR, WDR, DLR u. a.
  • 1990 - 2000 Mitglied des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie
  • seit 2006 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Leipzig.

Seit 1997 wurde Valeri Scherstjanoi mit folgenden Stipendien bzw. Preisen gefördert und gwürdigt:

  • Arbeitsstipendium für Berliner Autorinnen und Autoren (2007)
  • Kunst: Raum Sylt-Quelle (2005)
  • Käthe-Dorsch-Stiftung Berlin (2002/03)
  • Hans-Erich-Nossack-Förderpreis Literatur, Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI (2003)
  • Villa Waldberta, Kulturreferat München (1998)
  • Stiftung Kulturfonds Berlin 1997