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UPD 76/08 - 06.06.2008

Kolloquium: Geschichtsschulbücher als Überforderung der Lernenden?

Der renommierte Hamburger Geschichtsdidaktiker von Borries eröffnet am 17. Juni die neue Reihe "Kolloquium" des neuen Arbeitskreises "Fachdidaktische Forschung Augsburg".


Mit einem Vortrag des renommierten Hamburger Geschichtsdidaktikers Prof. Dr. Bodo von Borries tritt am 17. Juni 2008 der jüngst an der Universität Augsburg gegründete Arbeitskreis "Fachdidaktische Forschung Augsburg" (FFA) erstmals an die Öffentlichkeit. "Unser Anliegen ist es, aktuelle Fragestellungen der fachdidaktischen Forschung in interdisziplinärer Kooperation gezielt zu vertiefen und damit die bildungspolitischen Bemühungen um eine verstärkte Förderung der fachdidaktischen Grundlagenforschung aufzugreifen", so Prof. Dr. Susanne Popp. Die Inhaberin des Augsburger Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte hat zusammen mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Christiane Fäcke (Lehrstuhl für Didaktik der romanischen Sprachen und Literaturen) und ihrem Kollegen Prof. Dr. Klaus Maiwald (Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur) den Arbeitskreis ins Leben gerufen hat.

Ausfachdidaktischer und bezugswissenschaftlicher Perspektive

Zu den Aktivitäten des Arbeitskreises zählt das AFF-"Kolloquium", eine Veranstaltungsreihe, die sich jeweils über zwei Semester hinweg einem aktuellen fachdidaktischen Themenbereich widmet, und zwar so, dass neben den zentralen fachdidaktischen Perspektiven stets auch die einschlägigen Bezugswissenschaften berücksichtigt werden.

Die erste Reihe über "Fachsprachen im Unterricht"

Die erste Reihe dieses allen Interessierten offenen "Kolloquiums" wendet sich dem Thema "Fachsprachen im Unterricht. Herausforderungen für das Lehren und Lernen" zu, einem bislang stark vernachlässigten Bereich der fachdidaktischen Forschung. Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten auf jeder Schulstufe ganz überwiegend im Kontext fachlicher Zusammenhänge und stoßen in allen Fassetten der Wissenskommunikation auf Aspekte der Fachsprachlichkeit, die fachspezifisch sehr unterschiedliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Einen ersten Zugang zu diesem Feld soll deshalb die Frage nach den fachspezifischen Faktoren bilden, die die Verständlichkeit vor allem von Lehreräußerungen sowie von Schulbuch- und anderen Unterrichtstexten beeinflussen.

Eröffnungsvortrag am 17. Juni um 17.30 Uhr

Der national wie international höchst renommierte Hamburger Geschichtsdidaktiker Prof. Dr. Bodo von Borries, wird am Dienstag, dem 17. Juni 2008, den Eröffnungsvortrag für das erste Kolloquium" halten. Das Thema dieses Vortrags lautet: "Geschichtsschulbücher als Überforderung der Lernenden? - Ein Bericht über empirische Studien". Das eineinhalbstündige Kolloquium beginnt um 17.30 Uhr im Raum 2129 der Philologisch-Historischen Fakultät, Universitätsstraße 10.

Wichtige Aufschlüsse aus PISA-Lese-Studien

Der Vortrag befasst sich damit, dass die bekannten PISA-Lese-Studien, wenn man einmal von übertriebener Aufregung über internationale und intranationale Leistungsunterschiede absieht, höchst wichtige Aufschlüsse über die gegebenen Voraussetzungen sowie über aussichtsreiche Strategien von Unterricht geben können. Insbesondere beleuchten dieses Studien, wenn man sie sorgfältig liest, das Schulbuchproblem, jedenfalls in besonders stark sprachabhängigen Disziplinen wie z. B. im Fach Geschichte. Von Borries wird über ältere und neuere, quantitative und qualitative Methoden nutzende Versuche zur empirischen Erkundung der Lesefähigkeit von Kindern und Jugendlichen beim Gebrauch ihrer Geschichtsschulbücher berichten. Nachweisbar sind erhebliche Verständnisschwierigkeiten, die bisher von Autor(inn)en und Verlagen meist viel zu wenig beachtet worden sind. Als Problem wird die noch wenig diskutierte Zurechnung auf domänenspezifische - d. h. historische und allgemeine, also sprachliche - Hürden sichtbar. Und dieses Problem verweist auf einen Bedarf an detaillierten Studien zu fachspezifischem Kompetenzerwerb und fachspezifischen Kompetenzgrenzen.
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Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Susanne Popp
Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49(0)821-598 - 5556
susanne.popp@phi.uni-augsburg.de