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UPD 84/08 - 23.06.2008

Bis zum 1. August 2008:

manu scriptum: Wertvolle Lateinische Handschriften aus der Sammlung Oettingen-Wallerstein

Ausstellungseröffnung am 24. Juni um 18.00 Uhr in der Zentralbibliothek der UB Augsburg


Unter dem Titel "manu scriptum" zeigt die Universitätsbibliothek Augsburg vom 25. Juni bis zum 1. August 2008 wertvolle lateinische Handschriften des 8. bis 15. Jahrhunderts in der Schatzkammer der Zentralbibliothek (Universitätsstraße 22, Campusplan-Gebäude E). Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag jeweils zwischen 8.30 und 21.00 Uhr bei freiem Eintritt zugänglich. Eröffnet wird sie morgen, am 24. Juni, um 18.00 Uhr mit einem einführenden Vortrag von Dr. Günter Hägele.

Die wissenschaftliche Erschließung der mittelalterlichen Handschriften der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek wird, in Würdigung der Bedeutung dieses Bestandes, seit 1985 ununterbrochen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Mit dem Erscheinen des nunmehr vierten Bandes (siehe http://idw-online.de/pages/de/news242060) ist die Universitätsbibliothek Augsburg ihrem Ziel der ausführlichen, modernen und wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Beschreibung aller mittelalterlichen Handschriften wieder ein großes Stück näher gekommen. Die Bibliothek nimmt das Erscheinen des jüngsten Katalogs, in dem die Handschriften im Quart-Format beschrieben sind, zum Anlass, die bedeutendsten Stücke dieses Bandes jetzt in ihrer Schatzkammer der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die wertvollsten Stücke der Universitätsbibliothek Augsburg

Unter den Handschriften im "mittleren" Format, deren Buchblock eine Größe von ca. 20-27 x 15-22 cm aufweist, befinden sich die spektakulärsten und wertvollsten Stücke der Universitätsbibliothek Augsburg. Ein Großteil dieser Zimelien ist der Sammelleidenschaft der Wallersteiner Fürsten Kraft Ernst (1766-1802) und Ludwig (1791-1870) zu danken.

Älteste Zeugnisse deutschen Schrifttums

Spektakulärstes Stück der Ausstellung ist ein im Kloster Echternach um 705 im insularen Stil geschriebenes und illuminiertes Evangeliar. Die Entstehung des Evangeliars lässt direkt auf den hl. Willibrord (geb. um 658 in England) und seine Begleiter zurückführen, die seit 690 auf dem Festland missionarisch tätig waren und 698 das Kloster im heutigen Luxemburg gegründet hatten. Die althochdeutschen Glossen in der Handschrift, die erst vor 50 Jahren entdeckt wurden, gelten nach dem derzeitigen Forschungsstand als die ältesten Zeugnisse deutschen Schrifttums.

Wohl umfangreichster Bilderzyklus aller abendländischen mittelalterlichen Handschriften

Die Bilderbibel des Königs Sancho von Navarra (1153-1234), die dieser kurz vor 1200 in Pamplona in Auftrag gegeben hatte, enthält zu Gunsten weitgehenden Verzichts auf Text mit fast 1000 Miniaturen den wohl umfangreichsten Bilderzyklus aller abendländischen mittelalterlichen Handschriften. Zwei reich und qualitätvoll ausgestattete Psalterien aus der Diözese Augsburg und aus dem fränkischen Raum bezeugen den qualitativ hohen Stand der süddeutschen Buchmalerei im 14. Jahrhundert. Eine Tegernseer und eine Füssener Handschrift, beide im 12. Jahrhundert geschrieben, überliefern die besten Texte zum Leben der Bistumsheiligen Ulrich von Augsburg und Magnus von Füssen.

Vielfältige Einblicke in die geistige Welt des Hoch- und Spätmittelalters

Breit vertreten sind daneben liturgische und hagiographische Texte, Bibeln und Bibelkommentare sowie pastorale Schriften, die vielfältige Einblicke in die geistige Welt des Hoch- und Spätmittelalters gewähren. An weiteren prominenten Provenienzen sind namhafte mittelalterliche Klöster und Zentren der Handschriftenherstellung wie Lorsch, Salzburg, Ottobeuren, Tegernsee, Freising, Quedlinburg, Nürnberg und Bamberg zu nennen.
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Bilder zu dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news266905
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Weitere Informationen: http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/ausstellungen/archiv_2008/manuscriptum.html
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Kontakt:

Dr. Peter Stoll
Universitätsbibliothek Augsburg
Telefon 0821/598-5372
peter.stoll@bibliothek.uni-augsburg.de