Suche

UPD 9/08 - 16.01.2008

Zum Tod von Ehrensenator Dr. Manfred Scholz

Präsident Bottke würdigt den ehemaligen Vorsitzenden der Freundegesellschaft und des Hochschulrats als überzeugende Verkörperung des Brückenschlags zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.


Im Alter von 70 Jahren ist am 12. Januar 2008 der ehemalige Vorsitzende des Hochschulrates der Universität Augsburg und langjährige Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg, Dr. Manfred Scholz, verstorben. Er war seit 1995 Ehrensenator und seit 2005 erster und bislang einziger Träger des Ehrenringes der Universität Augsburg.

"Mit Dr. Manfred Scholz", so Präsident Prof. Dr. Wilfried Bottke, "verliert die Universität Augsburg eine herausragende Persönlichkeit, die ihr lange Jahre in führenden Positionen zur Seite stand und die uns bis zuletzt freundschaftlich verbunden geblieben ist." An der Spitze der Gesellschaft der Freunde habe Scholz sich stets als starker und wirksamer Partner der Universität erwiesen. Als dessen erster Vorsitzender habe er den ersten Hochschulrat unter den schwierigen Bedingungen des Anfangs im Dialog mit der Universität erfolgreich und mit großem Engagement geführt. In seiner Person habe Scholz überzeugend und glaubwürdig den gelungenen Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Wissenschaft verkörpert. Mit Augenmaß und Beharrlichkeit habe er bewiesen, dass die Finanzierung der Wissenschaft durch die Mittel Dritter in effektiver Weise möglich ist. Bottke: "Manfred Scholz wird uns als derjenige in Erinnerung bleiben, der exemplarisch die Verantwortung der Bürgergesellschaft für die Förderung der Wissenschaft in Forschung und Lehre verkörpert hat. Ich habe mit ihm einen Freund verloren."

Seit 1973 Geschäftsführer der damaligen Haindl Papier GmbH & Co. KG und dort für den Bereich Finanzen, Controlling und Personalwesen zuständig, übernahm der promovierte Jurist Dr. Manfred Scholz 1990 von Dr. Gerd Wollburg das Ehrenamt des Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg e.V., das er bis 2003 innehatte. Kraft seiner Persönlichkeit gelang es ihm, die Mitglieder für die Sache der Universität zu begeistern. Nicht zuletzt durch innovative Ideen in der Akquisition konnte er das Vermögen der Freundegesellschaft erheblich steigern. Ohne Restriktionen bei den laufenden Bewilligungen war es der Gesellschaft unter seinem Vorsitz möglich, zwei Großprojekte entscheidend zu fördern: Zum einen hat sie der Universität als Sonderzuwendungen zu ihrem 20- und 25-jährigen Jubiläum die Innenausstattung der Gästewohnungen und -Appartements im sogenannten inno-cube finanziert; zum anderen hat sie bedeutende Mittel zur Anschubfinanzierung des "Munich Intellectual Property Law Center" (MIPLC) beigetragen, an dem die Universität Augsburg seit 2003 gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft, der George Washington University und der Technischen Universität München den internationalen Master-Aufbaustudiengang "Intellectual Property and Competition Law" anbietet.

1999 wurde Dr. Manfred Scholz, den die Universität für seine Verdienste als Vorsitzender der Freundegesellschaft bereits 1995 mit der Würde des Ehrensenators ausgezeichnet hatte, zugleich Mitglied des mit der Novellierung des Bayerischen Hochschulgesetzes 1998 an den Universitäten des Freistaats neu installierten Hochschulrates und von diesem Gremium zu seinem Vorsitzenden gewählt. Schwerpunkte der Arbeit des Hochschulrates unter seinem Vorsitz waren Fragen der Entwicklungsplanung und der Profilierung der Universität. Die Installierung des Modells der Integrativen Kooperation zwischen allen Gremien der Universität im Jahr 2002 fällt in seine Amtsperiode.

Nach dem Verkauf der Haindl Papier GmbH & Co. KG an UPM-Kymmene und seinem Ausscheiden aus diesem Unternehmen führte Dr. Manfred Scholz seine universitären Ehrenämter als Geschäftsführer der Augsburg Airways GmbH & Co. KG fort - das des Hochschulratsvorsitzenden bis 2002, das des Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde bis 2003. Zu seinem Abschied erhielt Dr. Manfred Scholz als erster und bislang einziger Träger dieser Auszeichnung den Ehrenring der Universität Augsburg.

Auch über die Universität Augsburg hinaus hat Dr. Manfred Scholz sich durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement verdient gemacht. Von 1992 bis 1998 war er Präsident des Landesverbands der Bayerischen Industrie (LBI), der 1998 mit der Vereinigung der Arbeitgeberverbände in Bayern (VAB) zur vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. verschmolz. Ihr gehörte Scholz als Vizepräsident und als Ehrenpräsident an. Sein besonderes Augenmerk für die Bildungspolitik dokumentierte er auch mit seinem Engagement als Vorstandsvorsitzender des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw). Scholz hatte zudem eine Reihe von Aufsichts- und Beiratsmandaten bei Versicherungen, Banken und Industriegesellschaften inne. Aber auch durch seine Tätigkeit als Vorsitzender und Mitglied verschiedener kultureller Organisationen, als Kenner und Förderer von Kunst sowie als Honorarkonsul der Vereinigten Mexikanischen Staaten ist Dr. Manfred Scholz über seine großen Verdienste um die Universität Augsburg hinaus hervorgetreten.

Die Universität Augsburg trauert um ihren Freund, Förderer und langjährigen engagierten Wegbegleiter Dr. Manfred Scholz.