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UPD 195/09 - 21.10.2009

Am 25. Oktober 2009 im Zeughaus:

Mo Yan liest aus "Die Sandelholzstrafe"

Starautor der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zu Gast in der Reihe "China - Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch"


"Wenn ich einen Nobelpreis verleihen dürfte", hat der japanische literatur-Nobelpreisträger Kenzaburo Oe gesagt, "ginge er an Mo Yan". Mo Yan, der "wortgewaltigste Gegenwartsautor Chinas" (br-online) und Starautor der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, liest am kommenden Sonntag, dem 25. Oktober 2009, um 18.00 Uhr im Reichle-Saal des Augsburger Zeughauses. Veranstalter dieses Abends, der zugleich Auftakt der Reihe "China - Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch" im Wintersemester 2009/10 ist, sind die Universität Augsburg, die Deutsch-Chinesische Gesellschaft Augsburg und der Verein zur Förderung der deutsch-chinesischen Beziehungen (Landkreis Unterallgäu). Der Eintritt ist frei.

Mo Yan wird aus seinem im September bei Suhrkamp erschienenen Erfolgsroman "Die Sandelholzstrafe" lesen. Den deutschen Text trägt der Schauspieler Torben Gerke vor. Dolmetscher und Moderator der anschließenden Diskussion ist der Martin-Walser-Übersetzer Professor Huang Liaoyu, Leiter des Instituts für Germanistik der Universität Beijing.

Geschichten aus dem Landleben Shandongs

Mo Yan, der "schreibende Bauer" aus Gaomi in der bayerischen Partnerprovinz Shandong lebt heute in Beijing, holt sich aber seine Geschichten und seine Figuren aus dem Landleben seiner Heimat. Er genießt in China und weltweit höchste Anerkennung für sein literarisches Werk mit seiner ungeschminkten, drastischen Gesellschaftskritik.

Das Zeug zum Klassiker

Die "Sandelholzstrafe" (Tanxianxing) "ist heute schon ein bedeutsames chinesisches Werk, welches das Zeug zum Klassiker hat und dessen Übersetzung von Karin Betz als kongenial bezeichnet werden darf." (hr-online). Es ist die Geschichte einer großen Liebe in der Zeit des Boxeraufstandes um 1900 und der brutalen Hinrichtung des Katzenoper-Schauspielers Sun Bing. Als der Roman mit dem stärksten Rückgriff auf vormoderne chinesische Erzählweisen nimmt sie eine Sonderstellung im Werk von Mo Yan ein.

Keine Tabus und deftige Worte

Mo Yan lasse sich nicht in den Mythos von "Staatsschriftsteller" versus "Untergrundliterat" zwängen, er sei einfach ein "Autor von Weltbedeutung", meint der Tagesspiegel. In seinem Werk kennt er keine Tabus, in deftigen Worten lässt er das Volk die kommunistischen Funktionäre kritisieren: "Wenn ein Partei und eine Regierung nicht für die Interessen des Volks eintreten, dann ist das Volk berechtigt, sie zu stürzen", schreibt er in "Die Knoblauchrevolte" oder: "Das Volk ist nichts als schuftendes Vieh, mit seinem Blut und Schweiß mästet es die korrupten Beamten."

Eintritt frei

Der Eintritt zur Lesung am 25. Oktober 2009 um 18.00 Uhr im Reichle-Saal des Augsburger Zeughauses, Zeugplatz 4, 86150 Augsburg, ist frei. An einem Büchertisch der "Buchhandlung am Roten Tor" können die deutschen Ausgaben der Romans Mo Yans erworben werden: "Das rote Kornfeld", "Die Knoblauchrevolte", "Die Schnapsstadt", "Der Überdruss" und "Die Sandelholzstrafe".
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Kontakt und weitere Informationen:

Dr. Hansjörg Bisle-Müller
Vorsitzender der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Augsburg
Sprachenzentrum der Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-5184
h.bisle-mueller@sz.uni-augsburg.de

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Weitere Veranstaltungen in der Reihe "China - Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch":

Donnerstag, 12. November 2009
Ländliche Räume in China - unbeachtete Schmuddelkinder oder neue Hoffnung durch die Idee des "Neuen sozialistischen Dorfes?"
Referent: Klaus Spreng, TU München

Donnerstag, 21. Januar 2010
Chinesische Kunst und Literatur zwischen Zensur und Kommerz - Wahrnehmungen und Wirklichkeiten
Referentin: Dr. Irmy Schweiger, Universität Göttingen

Beide Veranstaltungen beginnen um 19.15 Uhr im Hörsaal 1012 der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, Universitätsstraße 24, 86159 Augsburg.