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UPD 201/09 - 26.10.2009

Vorhang auf!

Theaterseminar inklusive Theaterbesuche zum Studententarif


Augsburg/CW - Studierende aller Fachrichtungen können dieses Wintersemester wieder an einem praxisorientierten Theaterseminar teilnehmen. Fünf Produktionen vom Theater Augsburg werden gemeinschaftlich besucht und von den Dramaturgen des Theaters Maria Schneider und Roland Marzinowski theaterwissenschaftlich begleitet. Der Theaterbesuch kostet jeweils nur 5,50 Euro. Die ausgewählten Produktionen zeigen die breitgefächerte Palette des Sprechtheaters in modernen Inszenierungen. Außerdem steht ein Besuch von Mozarts Jugendoper "Il re pastore" auf dem Programm, die in Kooperation mit dem Leopold Mozart Zentrum (LMZ) der Universität Augsburg entstanden ist. Von Seiten der Universität Augsburg wird das Theaterseminar vom Germanisten Dr. Klaus Vogelgsang betreut. Den Auftakt des Seminars macht am Freitag, dem 30. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theater Augsburg Heinrich von Kleists Drama "Prinz Friedrich von Homburg".

Die Stücke

Prinz Friedrich von Homburg (Heinrich von Kleist)

Träum ich? Wach ich? Leb ich? Bin ich bei Sinnen?" Der Prinz Friedrich von Homburg schlafwandelt am Vorabend der Schlacht von Fehrbellin, beobachtet vom Kurfürsten und seinem Gefolge. Auf Geheiß des Kurfürsten hält die Prinzessin Natalie dem schlafenden Prinzen einen Ehrenkranz hin, er will ihn nehmen, doch von dem Traumbild bleibt ihm nur Natalies Handschuh. Am nächsten Morgen greift in die Schlacht ein und führt den Sieg herbei. Der Kurfürst lässt ihn jedoch vors Kriegsgericht stellen, weil Homburg seinen Befehl missachtet hat.

Die Weber von Augsburg (augsburg factory: web und walk)

Wie kaum ein anderer Faktor hat die Textilherstellung die Stadt Augsburg über Jahrhunderte bis heute geprägt. In der Renaissance eines der führenden Textilzentren Europas, konnte Augsburg auch im Industriezeitalter prosperieren, die alten Webereien wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch Fabriken abgelöst. Seit den 1960er Jahren unterstützt durch Arbeitskräfte aus Südeuropa und der Türkei, waren Firmen wie Dierig, Riedinger und Ackermann bis in die 70er Jahre florierende Unternehmen. Unter dem Druck billiger Stoffimporte aus dem Ausland mussten dann jedoch viele Firmen ihre Produktion einschränken oder gar aufgeben, Entlassungswellen folgten.

Das Tagebuch der Anne Frank

Kaum ein Zeugnis zur Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Europas hat einen ähnlich großen Bekanntheitsgrad erlangt wie das Tagebuch, das Anne Frank zwischen 1942 und 1944 in ihrem Amsterdamer Versteck in ständiger Angst vor der Entdeckung und Deportation durch die Nationalsozialisten verfasste. Mit einer für ihr Alter erstaunlichen Sensibilität und Reife dokumentiert Anne Frank das Leben einer verfolgten jüdischen Familie. Gleichzeitig schreibt sie aber immer auch als Mädchen, das mit ganz alltäglichen Dingen wie familiären Konflikten, Selbstzweifeln oder der Entdeckung der eigenen Sexualität beschäftigt ist, die das Leben eines jeden Heranwachsenden bestimmen.

faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete (Ewald Palmetshofer)

ER und SIE lernen sich auf einem "bring what you eat" bei Freunden kennen. Paul und Ines, Tanja und Robert haben soeben das neu zugezogene Paar Anne und Fritz samt Nachwuchs erfolgreich in ihre Runde aufgenommen - nun beobachten und kommentieren sie jeden Schritt der sich neu anbahnenden Paarbildung zwischen IHM und IHR: "da haben sich ja zwei gefunden / im Wohnzimmer von uns / und was die angezogen aneinander, weiß man nicht / vermutlich die Verneinung / die konnt' man deutlich spür'n an ihm / und er bestimmt an ihr / Verneinung zum Prinzip ernannt / ein Teufel kennt den andern."

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Termine und Ort:

Freitag, 30. Oktober 2009, Prinz Friedrich von Homburg, Theater Augsburg, Großes Haus, 19.00 Uhr
Freitag, 6. November 2009, Die Weber von Augsburg, Dierig-Gelände, 19.30 Uhr
Sonntag, 15. November 2009, Il re pastore, Theater Augsburg, Großes Haus, 19.00 Uhr
Donnerstag, 10. Dezember 2009, Das Tagebuch der Anne Frank, Theater Augsburg, Hoffmannkeller, 20.30 Uhr
Dienstag, 19. Januar 2010, Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete, Theater Augsburg, Komödie, 19.30 Uhr
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Anmeldungen und weitere Informationen:

Universität Augsburg
Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters
Dr. Klaus Vogelgsang
klaus.vogelgsang@phil.uni-augsburg.de
+49 821 598 5777