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UPD 225a/09 - 30.11.2009

225A/09 - 30. November 2009

Augsburger Historische Ringvorlesung

Die Französische Revolution von 1789 - Erfahrung, Deutung und Inszenierung des Umbruchs


Am Mittwoch, dem 2. Dezember 2009 dreht sich in der historischen Ringvorlesung zu den "Wendepunkten der Weltgeschichte" alles um die Ereignisse der Französischen Revolution von 1789. Prof. Dr. Lothar Schilling vom Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit stellt in seinem Vortrag Fragen nach der Bedeutung dieses Ereignisses ehedem und heute. Schilling stellt klar, weshalb es sich beim Sturm auf die Bastille um einen Wendepunkt der Weltgeschichte handelte. Der Vortrag beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal II des Großen Hörsaalzentrums, Universitätsstraße 10.

Zum Vortrag " Die Französische Revolution von 1789: Erfahrung, Deutung und Inszenierung des Umbruchs"

Die Französische Revolution war ein Ereignis von enormer Tragweite. Wir verdanken ihr die Parlamentarische Demokratie, die Erklärung der Menschenrechte, die Abschaffung der feudalen Ordnung und der Ständischen Gesellschaft, die Trennung von Kirche und Staat. Die Kehrseite dieses Wandels waren Terror und Bürgerkrieg, die 200.000 bis 300.000 Menschen das Leben kosteten, für noch weit mehr Menschen Vertreibung, Gefängnis und wirtschaftliche Not bedeuteten und zahllose Kulturgüter zerstörten. Die Französische Revolution stellt eine tiefe politische, soziale und geistige Zäsur dar, die zumindest in Europa den Beginn einer neuen historischen Epoche markiert. Mit der Französischen Revolution enden Frühneuzeit und Ancien Régime, mit ihr beginnt die Moderne.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Dynamik der Ereignisse von der Einberufung der Generalstände über den Sturz der Monarchie bis zum Ende der Terrorherrschaft der Jakobiner Ende Juli 1794. Er stellt darüber hinaus vor, wie die Revolution von ihren Akteuren als Bruch mit bisherigen Traditionen dargestellt, ja regelrecht inszeniert wurde, und fragt nach der Deutung des revolutionären Bruchs durch die Zeitgenossen und seiner weiteren Rezeption durch die Nachwelt. Dabei versucht er zu zeigen, dass unser heutiges Verständnis der Revolution von diesen Deutungen nicht absehen kann.

Wendepunkte der Weltgeschichte

Wendepunkte der Weltgeschichte sind mehr als punktuelle Ereignisse. In ihnen kulminiert die unmittelbare Dramatik historisch bedeutsamer Momente mit längerfristigen Wandlungsprozessen. Sie geben der Geschichte eine neue Richtung, ohne die der historische Prozess anders hätte verlaufen können. Diesem Zusammenhang zwischen zeitlicher Verdichtung und weitreichenden historischen Folgen gehen die Augsburger Historiker in ihrer Ringvorlesung nach. Sie analysieren Hintergründe, Verlauf und Folgen großer Wendepunkte der Weltgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
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Weitere Vorträge in der Augsburger Historischen Ringvorlesung:

16. Dezember 2009
10. Dezember 1948: Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen (Prof. Dr. Susanne Popp)
20. Januar 2010
6. Oktober 1976: Die Zerschlagung der "Viererbande" und Chinas Rückkehr in die Weltgeschichte (Prof. Dr. Andreas Wirsching)
3. Februar 2010
Der 11. September 2001: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts? (Prof. Dr. Philipp Gassert)
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Alle Vortragsreihen und Ringvorlesungen des Wintersemesters 2009/10 im Überblick:

http://www.uni-augsburg.de/upd/2009/2009_192/