Suche

UPD 105/13 - 13.06.2013                                 Meldung als pdf

Am 20. Juni 2013 ab 16.00 Uhr:

Die Augsburger Geographie feiert

40 Jahre nach ihrer Einrichtung kann die Geographie der Universität Augsburg auf eine fulminante quantitative und qualitative Entwicklung im letzten Jahrzehnt zu-rückblicken und ein eigenes Institutsgebäude auf dem Campus beziehen.


Augsburg/GP/KPP - Neben dem Jubiläum "40 Jahre Geographie an der Universität Augsburg" gibt der Bezug eines eigenen Gebäudes dem Institut für Geographie der Universität Augsburg Anlass zu einem Festtag. Die Besucherinnen und Besucher dieses Festtags am 20. Juni 2013 erwartet eine Ausstellung über aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie ein Rückblick auf den Wandel des Faches und auf die diesem Wandel dynamisch gefolgte Entwicklung des heute in Forschung und forschungsnaher Lehre auf hochaktuelle Themen, Herausforderungen und Arbeitsmarktbedürfnisse ausgerichteten Augsburger Geographie-Instituts. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen - auch zum abendlichen Sommerfest.

Vor 40 Jahren nahm die Geographie an der Universität Augsburg - damals strukturell wie räumlich noch ein Fach der Philosophischen Fachbereiche - ihren Forschungs- und Lehrbetrieb mit einem Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie und einem Lehrstuhl für Physische Geographie auf. 40 Jahre später präsentiert sich das Fach nun als ein gewichtiges Institut mit vier Lehrstühlen, demnächst vier weiteren Professuren sowie insgesamt ca. 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Lehrbeauftragten Sie betreuen bei jährlich über 500 Anfängerinnen und Anfängern ca. 1.600 Studentinnen und Studenten in zwei Bachelor- und jeweils vier Master- und Lehramtsstudiengängen.

Bauamt

Mit dem ehemaligen Gebäude des Universitätsbauamtes Augsburg - später dann Staatlichen Bauamtes Augsburg - verfügt das Institut für Geographie jetzt über ein eigenes Gebäude im Nordosten des Augsburger Campus.

Aus den "Philosophischen Fachbereichen" in die Fakultät für Angewandte Informatik

Dem inhaltlichen Wandel des Faches sowie der spezifischen Neuausrichtung der Augsburger Geographie entsprechend, ist sie seit knapp zehn Jahren neben den beiden Instituten für Informatik und für Software & Systems Engineering tragende Säule der 2003 errichteten (siebten Augsburger) Fakultät für Angewandte Informatik (FAI). Die Bedeutung, die sich die Geographie durch ihre rasante Entwicklung in den zurückliegenden Jahren an der Universität erobert hat, wird sich fortan auch in räumlicher und baulicher Eigenständigkeit spiegeln: Bis zum 20. Juni 2013 wird der Umzug des Instituts aus den Phil.-Fakultäten (Gebäude D, Universitätsstraße 10) in den unmittelbar benachbarten generalsanierten Bau des früheren Universitätsbauamtes, später dann Staatlichen Bauamts Augsburg (Gebäude B, Alter Postweg 118) abgeschlossen sein.

Mit der "alten" Geographie kaum mehr vergleichbar

"Die moderne Geographie ist eine ganz andere als diejenige, die sie noch vor wenigen Jahrzehnten war. Wer schulpflichtige Kinder hat, weiß, wie sehr sich das Fach im Vergleich zur 'Erdkunde' der eigenen Schulzeit gewandelt hat", so Prof. Dr. Gerd Peyke, der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Geographie der Universität Augsburg. High Tech habe insbesondere in Form der Geoinformatik den Wandel von der methodischer Seite her vorangetrieben, inhaltlich seien die Umweltforschung, Ressourcenfragen und Themen wie Neue Energien immer mehr in den Vordergrund getreten. Und dies nicht zuletzt, weil diese aktuellen Themen und Herausforderungen viele qualifizierte und attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt geschaffen hätten.

Rund 1600 Studierende in zwei Bachelor-, vier Master- und vier Lehramtsstudiengängen

Gerade mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen, die sich einer modernen Geographie stellen, konnte sich das Augsburger Institut in den letzten Jahren durch gezielte Schwerpunktsetzungen hervorragend aufstellen, um sich in der Konkurrenz zu anderen Universitäten eine herausragende Position zu verschaffen. Bestätigt wird dies u. a. dadurch, dass die Anzahl der Neueinschreibungen in der Augsburger Geographie in den letzten zehn Jahren mit wachsender Tendenz konstant über 500 liegt und aktuell knapp zehn Prozent aller Studentinnen und Studenten der Universität Augsburg in einem der Bachelor- oder Master-Geographiestudiengänge bzw. in einem Lehramtsstudiengang mit dem Teilfach Geographie eingeschrieben sind. Der erhebliche Anteil von Lehramtsstudentinnen und -studenten lässt sich nicht zuletzt darauf zurückführen, dass die Universität Augsburg einer von lediglich zwei Standorten in Bayern ist, an denen die Qualität der Ausbildung von Geographielehrerinnen und -lehrern durch einen eigenen Didaktik-Lehrstuhl (Prof. Dr. Ulrike Ohl) gesichert ist.

Konsequent profilschärfender Ausbau

Der inhaltlichen Anpassung des Faches an die aktuellen Herausforderungen, die sich der Geographie stellen, wurde zum einen durch die Neuausrichtung der beiden "klassischen" Geographie-Lehrstühle auf "Humangeographie und Geoinformatik" (Prof. Dr. Gerd Peyke) bzw. auf "Physische Geographie und Quantitative Methoden" (Prof. Dr. Jucundus Jacobeit) Rechnung getragen, zum anderen durch neugeschaffene Lehrstühle bzw. Professuren für Regionales Klima und Hydrologie (Prof. Dr. Harald Kunstmann), für Geoinformatik (Prof. Dr. Sabine Timpf) und für Physische Geographie/Biogeographie (Prof. Dr. Arne Friedmann). Derzeit noch in Besetzung befindliche neue Professuren für Angewandte Geoinformatik und für Ressourcengeographie des Wassers werden das Profil des Instituts weiter schärfen, ohne das breite Angebot in den klassischen Teildisziplinen des Faches zu beeinträchtigen.

Zusätzlich aufgewertet wird der Geographie-Standort Augsburg durch die enge Zusammenarbeit des Instituts mit anderen Disziplinen unter dem Dach des fach- und fakultätsübergreifenden Wissenschaftszentrums Umwelt (WZU) der Universität Augsburg. Besonders hervorzuheben ist in diesem Kontext die Kooperation mit dem Lehrstuhl für Ressourcenstrategie (Prof. Dr. Armin Reller), über den zugleich die enge Verbindung zum Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg gewährleistet ist.

"Digitale Geographie" mit Tradition

Am Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik wurde von Prof. Dr. Gerd Peyke im Zuge der Neuausrichtung der Augsburger Geographie seit 2004 das neue Fachgebiet der Geoinformatik zielstrebig ausgebaut. Die "digitale Geographie" hat am Standort Augsburg eine lange Tradition: Bereits in den 1970er Jahren wurden hier Konzepte und Programme entwickelt, die es ermöglichen, mit dem Computer Geoinformationen und Sachinformationen zusammenzuführen, sie in der Zusammenschau zu analysieren und die Ergebnisse in Kartenform zu visualisieren. Diese Arbeiten waren in den 1970er Jahren innovativ und bahnbrechend, nur an ganz wenigen Standorten wurde so früh auf diesem Gebiet geforscht. In den letzten zehn Jahren konnte die Augsburger Führungsposition auf diesem Gebiet weiter gestärkt werden: Zwei Geoinformatik-Professuren sowie mehrere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten dieses Gebiet grundlagen- und anwendungsorientiert. Der auf diesem Forschungsschwerpunkt basierende Bachelor-/Masterstudiengang Geoinformatik verzeichnet kontinuierlich hohe und wachsende Nachfrage.

Forschungsschwerpunkt Energiewende

Seit rund fünf Jahren steht ferner auch die Energiewende im Zentrum des Forschungsinteresses. In den letzten fünf Jahren entstanden in der Augsburger Humangeographie über fünfzig Arbeiten auf dem Gebiet der Geographischen Energieforschung. Im Sinne einer Geographie der Erneuerbaren Energien werden v. a. die räumlichen Grenzen und Möglichkeiten einer raschen Energiewende sowie die Anforderungen eines regenerativen Energiesystems an den Standort Deutschland auch hinsichtlich regionaler Standortsysteme thematisiert. Neben einer systemanalytischen Betrachtung des Energiesektors werden standortplanerische und raumordnungsrechtliche Fragestellungen behandelt sowie der Einfluss des Faktors Akzeptanz auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien analysiert.

Geographische Informationssysteme

Ein wesentlicher Aspekt der Energieforschung am Lehrstuhls sind weiterhin die Analyse und Bewertung bestehender Energiekonzepte sowie deren Optimierung mittels des Einsatzes Geographischer Informationssysteme (GIS) gerichtet. Durch den Einsatz von GIS ist es möglich, Modelle zu entwickeln, die nicht mehr nur zwischen einer rein technischen und einer rein sozioökonomischen Ebene unterscheiden. Vielmehr werden die regenerativen Technologien, die anfallenden Kosten und die Anforderungen der Stromproduzenten und -nutzer in einen räumlichen Bezug gesetzt. Die spezifisch geographische Betrachtungsweise ermöglicht es, die Auswirkungen des Zusammenspiels aller Treiber des Wandels in einem einzigen Faktor – der Ressource Raum – zu bündeln, um so systembezogene Ausbauempfehlungen geben zu können. Aktuelle in diesem Kontext thematisierten z. B. den Einsatz von GIS bei der Planung von Stromleitungstrassen zwischen Nordafrika und Mitteleuropa (Desertec).

Umweltforschung mit Schwerpunkt Klima

Die Neuorientierung im Bereich der Physischen Geographie ist seit 2004 vor allem in Richtung Umweltforschung erfolgt. Entsprechend der fachlichen Profilierung des neuen Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Jucundus Jacobeit wurde vor allem die Klimaforschung zum zentralen Schwerpunkt ausgebaut. Weitere zentrale Themen sind die Hydrologie, die Biogeographie und die Landschaftsforschung.

In der Lehre spiegelt sich diese Ausrichtung der Physischen Geographie in der Einrichtung des Masterstudiengangs "Klima- und Umweltwissenschaften", in der Beteiligung am Elitestudiengang "Global Change Ecology" des Elitenetzwerks Bayern und in einer Lehrkooperation mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) etwa bei der regelmäßigen Ringvorlesung "Umweltschutz heute".

Stark vernetzt und hoher Drittmittelanteil

In der Forschung kooperiert die Augsburger Physische Geographie u. a. mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Aus dieser Kooperation ist der neue Augsburger Lehrstuhl für Regionales Klima und Hydrologie in Augsburg hervorgegangen. Weitere wesentliche Elemente der Forschungsvernetzung sind zum einen die Mitgliedschaft im Konsortium der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, in der namhafte Forschungsinstitutionen umweltbezogene Hochgebirgsforschung betreiben, sowie zum anderen die Mitwirkung an der Helmholtz Research School "Mechanisms and Interactions of Climate Change in Mountain Regions", eine vom KIT getragene strukturierte Doktorandenausbildung mit gezielter Zusatzförderung.

Zahlreiche - von der EU, dem BMBF, der DFG und vom Umweltministerium bzw. vom LfU finanzierte - Drittmittelprojekte befassen sich derzeit mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen in verschiedenen Erdregionen, konkret etwa an der Südwestküste Afrikas, im Mittelmeerraum, im südlichen Mitteleuropa und im Zugspitzgebiet, weitere widmen sich Themen wie z. B. ozeanischen Anomalien, hochwasserträchtigen Niederschlägen oder der Feinstaubbelastung.

Weitere Profilschärfung im Umweltbereich

Neben der staatlichen Ausbauplanung und den Studienzuschüssen haben die Drittmitteleinwerbungen wesentlich zum starken Wachstum der letzten Jahre beigetragen. Von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Zahl in den letzten zehn Jahren signifikant gewachsen ist, sind derzeit 30 Prozent drittmittelfinanziert. Die künftige Entwicklung verspricht eine weitere Akzentuierungen des Profils im Umweltbereich, etwa durch eine neue Professur für Ressourcengeographie des Wassers oder durch den Ausbau der internationalen Vernetzung, wie er etwa über das Schneefernerhaus hin zu einem Virtuellen Alpen-Observatorium in Gang gekommen ist.

Am 20. Juni wird gefeiert!

Gefeiert wird diese fulminante Entwicklung der Augsburger Geographie zusammen mit ihrem 40. Geburtstag und dem Bezug des neuen Institutsgebäudes am 20. Juni 2013:

Ab 16.00 Uhr öffnen sich die Türen der neuen Geographie-Adresse "Alter Postweg 118" (Gebäude B) für alle Interessierten, die sich in einer umfangreichen Posterausstellung ein Bild von vergangenen und aktuellen Forschungsprojekten des Instituts machen können. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen Projekte aus den Bereichen Geoinformatik, Erneuerbare Energien und Klimawandel.

Um 17.30 Uhr beginnt im Hörsaal III des Großen Hörsaalzentrums (Universitätsstraße 10, Gebäude D) die Festveranstaltung "1973 bis 2013 - Vierzig Jahre Geographie an der Universität Augsburg".  Nach der Verabschiedung der Geographie-Absolventinnen und Absolventen des aktuellen Prüfungsjahrgangs blicken die Professoren Peyke und Jacobeit zurück auf die Entwicklung der Augsburger Geographie, die 1973 im "Glöggler-Hochhaus" (heute "Büro Center Messe") mit zwei Lehrstühlen und knapp 30 Studierenden begann und zum heutigen Institut für Geographie mit demnächst acht Professuren und rund 1.600 Studierenden geführt hat.

Im Anschluss lädt die Fachschaft Geographie ab ca. 19.00 Uhr zum traditionellen Sommerfest in den Innenhof des Großen Hörsaalzentrums.

____________________________

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Gerd Peyke
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geographie
Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik
Telefon 0821/598-2282
gerd.peyke@geo.uni-augsburg.de

Prof. Dr. Jucundus Jacobeit
Lehrstuhl für Physische Geographie und Quantitative Methoden
Telefon 0821/598-2662
jucundus.jacobeit@geo.uni-augsburg.de

Universität Augsburg
Alter Postweg 118
86159 Augsburg

http://www.geo.uni-augsburg.de