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UPD 164/13 - 06.09.2013                                 Meldung als pdf

Nachruf

Zum Tod von Prof. Dr. Franz Knöpfle

Der Altpräsident der Universität Augsburg ist am 2. September im Alter von 87 Jahren verstorben. Er war der erstberufene Ordinarius der 1971 errichteten Juristischen Fakultät und der erste gewählte Präsident der Universität.


knoepfle2011_updAugsburg/KPP – Eine Woche nach seinem 87. Geburtstag ist am 2. September 2013 Prof. Dr. Franz Knöpfle verstorben. Er war der erstberufene Ordinarius der 1971 errichteten Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, an der er von 1972 bis 1996 den Lehrstuhl für  Öffentliches Recht, insbesondere Verwaltungsrecht und Verwaltungslehre innehatte. Von 1973 bis 1979 war der Jurist und Volkswirt Franz Knöpfle als Nachfolger des Gründungspräsidenten Prof. Dr. Louis Perridon der erste gewählte Präsident der Universität Augsburg.

 

 

 

In Knöpfles sechsjährige Amtszeit als Präsident der Universität Augsburg fielen insbesondere die Integration der von der Pädagogischen Hochschule übernommenen Erziehungswissenschaften in die beiden neuen Philosophischen Fachbereiche sowie in den Katholisch-Theologischen Fachbereich, ebenso im Jahr 1974 die Grundsteinlegung für die Neubauten auf dem heutigen Universitätscampus auf dem "Alten Flugplatz" im Süden Augsburgs. Als erster dieser Neubauten konnte das heutige Gebäude D der Geistes- und Sozialwissenschaften bereits 1977 eröffnet werden. Mit der Empfehlung des Wissenschaftsrats, eine Naturwissenschaftliche Fakultät einzurichten, war beim Ausscheiden Knöpfles aus dem Präsidentenamt eine wichtige und für die weitere Entwicklung der Universität Augsburg prägende Weichenstellung vollzogen.

Am 27. August 1926 in Lindau geboren, studierte Knöpfle nach dem Zweiten Weltkrieg in Freiburg i. Br. und an der LMU München Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Nach den Münchner Abschlüssen als Diplom-Volkswirt und Dr. jur., begann er seine berufliche Laufbahn 1953 in der bayerischen Staatsverwaltung, 1954/55 unterbrochen von einem Studium der Verwaltungswissenschaften an der Columbia University in New York und diversen Praktika bei verschiedenen amerikanischen Behörden und kommunalen Körperschaften. Während der folgenden elf Jahre, in denen er 1960 zum damals jüngsten Regierungsdirektor befördert wurde, war er u. a. persönlicher Referent bzw. Büroleiter der Ministerpräsidenten Hanns Seidel, Hans Ehard und Alfons Goppel.

1965 habilitierte sich Knöpfle an der LMU München für das Fach Staats- und Verwaltungsrecht, um im darauf folgenden Jahr auf einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht an Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer berufen zu werden. Seit 1969 war er Rektor dieser Hochschule, bis er 1972 dem Ruf an die neu errichtete Juristische Fakultät der Universität Augsburg folgte.

Zugleich mit dem Augsburger Lehrstuhl übernahm Knöpfle im Nebenamt die Funktionen des gewählten Rektors der Hochschule für Politik München, die er 30 Jahre lang innehatte, und des Studienleiters der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Augsburg. 1975 wurde er Mitglied, 1987 dann Vizepräsident des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau. 1984 erfolgte Knöpfles Berufung in den Stiftungsrat der Stiftung Katholische Universität Eichstätt. 1988 wurde er Vorsitzender des Vorstandes dieser Stiftung und zugleich Mitglied des Beirates der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung im Bundesministerium des Inneren.

Für sein Engagement wurden dem Wissenschaftler und Wissenschaftspolitiker Prof. Dr. Franz Knöpfle zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil, darunter das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, der Bayerische Verdienstorden, das Große Bundesverdienstkreuz, das Komturkreuz des Gregorius-Magnus-Ordens und die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber.