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UPD 82/16 - 09.06.2016                                 Meldung als pdf

Wieviel Solidarität braucht das "Projekt Europa"?

Vor dem aktuellen Hintergrund der Finanz- und Flüchtlingskrise diskutieren unter dem Konferenztitel "The Bonds That Unite?" Historikerinnen und Historiker aus ganz Europa, Kanada und den USA in Augsburg historische Perspektiven europäischer Solidarität


Augsburg/FG/KPP - Wieviel Solidarität braucht das "Projekt Europa"? Nie hat sich diese Frage derart aufgedrängt wie in der aktuellen, von Währungs- und Flüchtlingskrise, Grexit und Brexit geprägten EU-Gegenwart. Anlass genug für rund 40 Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, England, Frankreich, Irland Italien, Kanada, Österreich und den USA sich vom 23. bis zum 25. Juni 2016 in Augsburg unter dem Konferenztitel "The Bonds That Unite?" historischen Perspektiven europäischer Solidarität nachzugehen.

„Solidarität“ ist in vielerlei Hinsicht ein Grundbegriff der europäischen Idee. Diente der Begriff pro-europäischen Intellektuellen lange als eine eher abstrakte Referenz, so entwickelte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer konkreten Grundlage der europäischen Einheit. Die Vorstellung von einer europäischen Solidargemeinschaft gehörte zu den zentralen Legitimationsquellen des Integrationsprozesses und war immer Teil der Umverteilungspolitiken auf supranationaler Ebene.

Die Konferenz fragt nach verschiedenen Ausprägungen und Ausdeutungsversuchen des Konzepts im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts. Wie definierten und konzeptualisierten Vordenker der Einheit Europas im 19. und frühen 20. Jahrhundert „europäische Solidarität“? Welche Formen internationaler Solidarität wurden in Europa tatsächlich praktiziert? Und wo liegen die Grenzen der viel beschworenen europäischen Solidargemeinschaft? Damit nimmt die Konferenz Bezug auf ein hochaktuelles Problem: Wie viel Solidarität braucht das „Projekt Europa“?

Öffentlicher Abendvortrag am 23. Juni um 18.30 Uhr

Das Programm der Konferenz umfasst 26 Vorträge zu unterschiedlichen Themenbereichen, darunter einen öffentlichen Abendvortrag des renommierten britischen Soziologen Prof. Gerard Delanty (University of Sussex) zum Thema „Solidarity and European Identity: Contradictions and Future Possibilities“. Dieser Vortrag findet am 23. Juni ab 18.30 Uhr im HS 1010 der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg (Universitätsstraße 24, Gebäude H) statt, der Eintritt ist frei, Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Teilnahme an der Konferenz selbst, die im Evangelischen Forum Annahof (Im Annahof 4, 86150 Augsburg) stattfindet, setzt eine bestätigte Email-Anmeldung an florian.greiner@phil.uni-augsburg.de voraus.

Veranstalter der Konferenz "The Bonds That Unite? Historical Perspectives on European Solidarity" ist der Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg in Kooperation mit einem an der University of East Anglia ansässigen internationalen Forschungsnetzwerk zur Geschichte der europäischen Idee. Förderer der Konferenz sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg und die Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg e. V.

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Konferenz-Homepage
http://www.historyideaofeurope.org/the-bonds-that-unite-historical-perspectives-on-european-solidarity-2/

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Tagungsflyer mit Programm zum Download:
http://idw-online.de/de/attachmentdata50028.pdf

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Ansprechpartner:
Dr. Florian Greiner
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-5758
florian.greiner@phil.uni-augsburg.de