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UPD 133/18 - 15.11.2018                                 Meldung als pdf

Am 16. und 17. November 2018

Zur Rolle und Bedeutung der Politischen Ökologie

Erste "augsburger.forschungswerkstatt" des Lehrstuhls für Humangeographie mit Schwerpunkt Ressourcenstrategien / Öffentlicher Eröffnungsvortrag am 16. November um 17.30 Uhr


IlluAugsburg/MS/KPP – Mit dem Potential, das die Politische Ökologie als Analyseansatz im Kontext der negativen Auswirkungen des Globalen Wandels und der ökologischen Krise birgt, befasst sich die erste "augsburger. forschungswerkstatt" des Lehrstuhls für Humangeographie mit Schwerpunkt Ressourcenstrategien (Prof. Dr. Matthias Schmidt). Sie beginnt am 16. November um 17.30 Uhr mit einer öffentlichen Keynote von Prof. Dr. Gavin Bridge (Durham University) über "Political Ecologies of Extraction" (HS 1010 der Juristischen Fakultät, Gebäude H, Universitätsstraße 24, Eintritt frei). Beim ganztägigen Expertenworkshop am 17. November im Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU, Gebäude U, Universitätsstraße 1a) rechnet Schmidt mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Bild: Von Ressourcen wie Lithium oder Sand über Erneuerbare Energien und Monetarisierung von Natur bis hin zu feministischen Perspektiven auf Degrowthreicht das Themenspektrum der "augsburger.forschungswerkstatt" am 16./17. November 2018. @ Universität Augsburg/IfG

Angesichts zahlreicher negativer Auswirkungen des Globalen Wandels und der ökologischen Krise verliert das Versprechen des wirtschaftlichen Fortschritts an Glaubwürdigkeit. Doch noch immer werden größtenteils die durch Wachstum entstandenen problematischen gesellschaftlichen und ökologischen Folgen relativiert, für technisch lösbar erklärt oder mit notwendigen Handlungs- oder Entwicklungszwängen gerechtfertigt. Versehen mit neuen Adjektiven wie grün oder inklusiv bleibt wirtschaftliches Wachstum das Rezept, um Armut zu reduzieren, Ressourcenknappheit zu überwinden und sich an den Klimawandel anzupassen.

Aus einer politisch-ökologischen Sicht gibt es begründete Zweifel an dem hegemonialen Narrativ, dass es eine Win-Win-Situation zwischen Wirtschaftswachstum und einer unbelasteten Umwelt geben könnte. Hinzu kommen verallgemeinernde und entpolitisierende Konzepte, etwa die Sustainable Development Goals oder die Debatte um das Anthropozän. Dabei erfordert die begründete Vermutung, dass die Menschheit zum geologischen Faktor wurde, dringend eine Differenzierung in Verursachung, Folgen und Prozesse, Dominanz und Marginalisierung. Denn nicht die Menschheit wird zum geologischen Faktor und muss sich deshalb bestimmten Zielen unterordnen, sondern viel eher müssen die ungleichen sozialen und ökologischen Kosten differenzierend betrachtet und damit zugleich die politische Dimension wieder stärker in den Fokus gerückt werden. Mit ihrer synthetischen Betrachtung von Akteuren und Interessen, Ressourcen und Macht erscheint die Politische Ökologie in Zeiten komplexer und beschleunigter Prozesse als Analyseansatz besonders gut geeignet.

Die augsburger.forschungswerkstatt wird aktuelle Aufgabenfelder und Forschungsfragen sowie die Rolle und Bedeutung der Politischen Ökologie diskutieren. Der Workshop bietet sowohl klassische Vorträge als auch Raum für Diskussionen innerhalb und außerhalb der Disziplingrenzen. In vier Themensitzungen mit je drei Vorträgen werden sowohl Fallstudien als auch konzeptionelle Themen vorgestellt. Das breite Themenspektrum reicht von Ressourcen wie Lithium oder Sand über Erneuerbare Energien und Monetarisierung von Natur bis hin zu feministischen Perspektiven auf Degrowth und Wachstumskritik.

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Tagungshomepage mit ausführlichem Infoflyer und detailliertem Programm zum Download:
http://www.forschungswerkstatt.geo.uni-augsburg.de

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Ansprechpartner:
Prof. Dr. Matthias Schmidt
Telefon 0821/598-2268
schmidt@geo.uni-augsburg.de