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UPD 68/19 - 13.05.2019                                 Meldung als pdf

Vom Aufstieg und Fall der Jiddischen Sprache?

Internationale Forscherinnen und Forscher die Nachwirkungen der Ersten Jiddischen Sprachkonferenz / Vortrag am 4. Juni


Augsburg/MH – Mit den bisher in der Forschung vernachlässigten Aspekten der Ersten Jiddischen Sprachkonferenz 1908 in Czernowitz befasst sich ein internationaler Workshop. Dieser wird von der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft sowie Professur für Variationslinguistik / Deutsch als Zweit- und Fremdsprache der Universität Augsburg veranstaltet und findet vom 4. bis 5. Juni 2019 statt.

Jiddisch, Hebräisch oder beide Sprachen? Das war der große Streitpunkt zwischen all denen, die sich im frühen 20. Jahrhundert für die Etablierung einer jiddischen Nationalsprache einsetzten. Auf der Ersten Jiddischen Sprachkonferenz 1908 in Czernowitz einigte man sich nach hitzigen Debatten schließlich auf die Formulierung, dass Jiddisch eine der jüdischen Nationalsprachen sein sollte. Doch die Bedeutung der Czernowitzer Sprachkonferenz lag nicht nur in dieser Einigung. Mit den bisher in der Forschung vernachlässigten Aspekten der Czernowitzer Sprachkonferenz befasst sich ein internationaler Workshop, der vom 4. bis 5. Juni 2019 an der Universität Augsburg stattfindet.

So widmet sich unter anderem Professor Keith (Kalman) Weiser von der York University Toronto, der in Fachkreisen als herausragender Experte für die Geschichte des Jiddischen gilt, in seinem Vortrag den Reflexionen des Linguisten Max Weinreichs zur Czernowitzer Sprachkonferenz. Weinreich, einer der führenden Sprachwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, erkannte die bahnbrechende Bedeutung der Konferenz früh, musste nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges jedoch Zeuge des sukzessiven Verschwindens des Jiddischen aus dem jüdischen Leben werden. Der Vortrag findet am 4. Juni um 19:00 Uhr im Jüdischen Museum Augsburg statt.

Der Workshop ist Teil des interdisziplinären Projekts „Die Nationalsprache der Juden oder eine jüdische Sprache? Die Fragen der Czernowitzer Sprachkonferenz in ihrem zeitgeschichtlichen und räumlichen Kontext“ an der Universität Augsburg, welches von Prof. Dr. Bettina Bannasch (Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft) und Prof. Dr. Alfred Wildfeuer (Professur für Variationslinguistik/ DaF/ DaZ) geleitet und durch Dr. Carmen Reichert (Neuere deutsche Literaturwissenschaft) koordiniert wird. Unterstützt werden die Augsburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den germanistischen Instituten der Universitäten Tscherniwzi (Ukraine) und Plzeň (Tschechien). Weitere Kooperationspartner sind das Bukowina Institut Augsburg mit seiner Leiterin Prof. Dr. Maren Röger (Juniorprofessur für Ostmitteleuropäische, Universität Augsburg), die LMU München, vertreten durch Dr. Evita Wiecki (Jiddisch-Dozentur der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur) und das Jüdische Museum Augsburg mit Dr. Barbara Staudinger. Gefördert wird das seit Anfang 2018 laufende Projekt durch die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Vortrag
am 4. Juni 2019 um19:00 Uhr im Jüdischen Museum Augsburg

Keith (Kalman) Weiser, York University Toronto: 'Barg aroyf' or 'Up Hill'?: Max Weinreich and the changing meaning of the First Yiddish Language Conference in Czernowitz, 1908-1958

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Kontakt:

Carmen Reichert
Wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft 

carmen.reichert@philhist.uni-augsburg.de

Bildquelle Teaserbild: czernowitz.org [Public domain], via Wikimedia Commons"