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UPD 89/19 - 14.06.2019                                 Meldung als pdf

Am 18. Juni 2019 um 18.30 Uhr in der Stadtbücherei:

Ein – auch ganz aktuell – ausgezeichneter JFZ-Gastdozent

Den letzten Vortrag im Rahmen seiner Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg hält Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Klaus Töpfer am kommenden Dienstag als designierter Träger des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen.


Augsburg/AR/KPP – Seit Beginn des laufenden Sommersemesters hat Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Klaus Töpfer – ehemaliger Bundesumweltminister und langjähriger Exekutiv-Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP) – die Internationale Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg inne. Seinen letzten öffentlichen Vortrag im Rahmen dieser Gastdozentur, die er unter den Titel „Das Anthropozän – Konsequenzen für die parlamentarische Demokratie“ gestellt hat, wird der vielfach geehrte und ausgezeichnete, inzwischen 80-jährige Vorkämpfer für einen globalen und lokalen Klima- und Umweltschutz am 18. Juni 2019 als jüngst designierter Träger des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen halten. Töpfers Vortrag über "Die Krise des Multilateralismus in einer Welt mit über neun Milliarden Menschen" beginnt um 18.30 Uhr im S-Forum der Stadtbücherei Augsburg. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

"Um uns und alle, die ihn als Gastdozenten an unserem Jakob-Fugger-Zentrum bislang gehört und erlebt haben, darin zu bestätigen, dass wir mit ihm einen herausragenden Denker mit einem unvergleichlichen Maß an einschlägiger Erfahrung haben gewinnen können, hätte es keiner weiteren prominenten Würdigung bedurft. Klaus Töpfer weiß wie kaum ein anderer, wovon er spricht, wenn er über nachhaltiges Denken spricht, wenn er eindringlich auf die fundamentale Bedeutung eines entschlossenen Entscheidens und Handelns für die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen verweist, die Lebensgrundlage künftiger Generationen und damit zugleich Voraussetzung für eine friedliche Entwicklung einer wachsenden Weltbevölkerung sind", sagt Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Um so mehr aber, betont sie weiter, freue sich die Universität Augsburg darüber, Klaus Töpfer noch während seiner Augsburger Gastdozentur zum Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen gratulieren zu können, zu einer weiteren hochverdienten Auszeichnung, die ihm am 16. September 2019 in Bonn überreicht werden wird.

Mit dem Thema „Das Anthropozän – Konsequenzen für die parlamentarische Demokratie“, dem er seine Augsburger Gastdozentur gewidmet hat, greift Töpfer einen Begriff auf, der im Jahr 2000 von dem Chemiker und Meteorologen Paul J. Crutzen und dem Biologen Eugene F. Stoermer in die umweltwissenschaftliche Debatte eingeführt wurde. Als „Zeitalter des Menschen“ übersetzt, markiert dieser Begriff ein neues geologisches Zeitalter, in dem die menschlichen Eingriffe in die Natur so gravierend geworden sind, dass sie einen dominanten geophysikalischen Einfluss auf das Erdsystem genommen haben. Die Einführung dieses Begriffs fand auch deshalb viel Aufmerksamkeit, weil Crutzen 1995 zusammen mit Mario Molina, Sherwood Rowland den Chemie-Nobelpreis für die wissenschaftliche Erklärung der Zerstörung der Ozonschicht erhalten hatte. Aus der Diagnose des Anthropozäns folgt eine Verantwortlichkeit der Menschheit, die eigene Stellung zur Natur und zum Kosmos neu zu überdenken und zu bestimmen. Auch in seinem letzten Augsburger Vortrag wird sich Töpfer speziell der Frage widmen, welche Konsequenzen sich aus den mit "Anthropozän" beschriebenen Zusammenhängen für politische Systeme allgemein und die parlamentarische Demokratie im besonderen ergeben.

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Die Krise des Multilateralismus in einer Welt mit über 9 Milliarden Menschen

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Klaus Töpfer

  • am 18. Juni 2019 um 18.30 Uhr
  • im S-Forum der Stadtbücherei Augsburg, Ernst-Reuter-Platz 1, 86150 Augsburg
  • Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter http://www.jfz.uni-augsburg.de wird gebeten.

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Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Klaus Töpfer

... wurde 1938 in Waldenburg/Schlesien geboren. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre führte ihn an die Universitäten Mainz, Frankfurt und Münster, wo er 1968 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. Von 1978 bis 1979 war Herr Töpfer ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Raumforschung und Landesplanung an der Universität Hannover. 1985 wurde er rheinland-pfälzischer Umweltminister und dann von 1987 bis 1994 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und damit der zweite Bundes-umweltminister überhaupt. In Klaus Töpfers Amtszeit fällt die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Von 1994 bis 1998 war Klaus Töpfer Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. 1998 übernahm er das Amt des Exekutiv-Direktors des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi. Die ersten großen Klimakonferenzen fallen ebenso in seine Amtszeit wie das Kyoto Protokoll von 2005, das er maßgeblich mitprägte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm Klaus Töpfer 2009 das Amt des Gründungsdirektors des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, das sich vor allem der Erforschung der Folgen des Klimawandels und der Transformationsprozesse zu nachhaltigem Leben und Wirtschaften widmet. Klaus Töpfer ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem großen Bundesverdienstkreuz, dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für sein Lebenswerk. 2012 wurde Klaus Töpfer in die Earth Hall of Fame von Kyoto aufgenommen.

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Die Internationale Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum

... bietet Studierenden und Lehrenden der Universität Augsburg sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, international ausgewiesene Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst in Augsburg zu erleben. Mit Vorträgen, Seminaren und Debatten zu zentralen Fragen unserer Zeit fördert die Internationale Gastdozentur den Austausch zwischen den Dozentinnen und Dozenten, der Universität Augsburg und der Stadtgesellschaft. Die Internationale Gastdozentur ist eine gemeinsame Initiative der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten und des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg. Mit Klaus Töpfer, der auf Einladung der Philologisch-Historischen, Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen und der Katholisch-Theologischen Fakultät Gast am JFZ ist, wird die Internationale Gastdozentur bereits zum fünften Mal seit ihrer Einrichtung besetzt. Ihre bisherigen Inhaber waren der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor, der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide, die iranisch-kanadische Soziologin Haideh Moghissi und der Theoretiker der Postkolonie Achille Mbembe.

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Ansprechpartnerin:
Dr. Andrea Rehling
Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg
Telefon +49(0)821/598-5924
jfz@praesidium.uni-augsburg.de