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UPD 38/19 - 20.03.2019                                 Meldung als pdf

Die diskursive Konstruktion von Wirklichkeit

Vierte Augsburger Tagung über interdisziplinäre Perspektiven einer wissenssoziologischen Diskursforschung


Keller Reiner-hochAugsburg/KPP - Wie hängt kommunikativ-diskursives Handeln mit gesellschaftliche Strukturen und Entwicklungen zusammen, wie beeinflussen beide sich gegenseitig, wie v. a. und inwiefern entsteht Wirklichkeit (erst) dadurch, dass sie in Diskursen sprachlich-kommunikativ formuliert, geformt, greifbar gemacht oder auch manipuliert wird? Zum vierten Mal befasst sich die alle zwei Jahre an der Universität Augsburg stattfindende Tagung "Die Diskursive Konstruktion von Wirklichkeit" am 21. und 22. März 2019 mit diesen Kernfragen der sozialwissenschaftlichen Diskursforschung, die sich in den letzten Jahren am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Augsburg als national wie international stark beachteter Schwerpunkt etabliert hat.

Bild: Als Vorreiter und profilierter Vertreter dieser Disziplin lädt der Augsburger Soziologe Prof. Dr. Reiner Keller alle zwei Jahre Diskurswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem In- und Ausland zur Augsburger Tagung "Die diskursive Konstruktion von Wirklichkeit". Foto: Klaus Satzinger-Viel

Erneut von Prof. Dr. Reiner Keller (Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie) und seinem Mitarbeiter Dr. Saša Bosančić organisiert, bietet die Tagung wieder ca. 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland und aus dem Ausland ein Forum, um die Perspektiven einer wissenssoziologischen Diskursforschung von unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln aus zu diskutieren. Das diesjährige Programm umfasst über dreißig Beiträge zur wissenssoziologischen Diskursanalyse und zu angrenzenden Perspektiven der Diskursforschung. "Unser Anliegen", so Keller, "ist die explizit inter- und überdisziplinäre Diskussion und Reflexion über laufende und abgeschlossene Forschungen sowie über Fragen der Theorie, Methodologie und Methoden."

Theorie- und Methodenfragen sowie speziell die Probleme der methodologischen Umsetzung empirischer Untersuchungen und das Verhältnis zwischen Visualisierung und Diskurses markieren auf der diesjährigen Agenda den ersten Schwerpunkt, der zweite befasst sich mit dem Thema Gesundheit und Krankheit im Diskurs sowie mit den Zusammenhängen von Diskurs und Technik/Materialität bzw. Raum. Jeweils mehrere Beiträge widmen sich dann der Wissensproduktion und -politik, der Subjektivierung allgemein sowie speziell deren Ausprägungen im politischen Diskurs und schließlich Diskursen in den Medien.

Zwei Abendvorträge

Die Tagung ist in ihrem gesamten Verlauf öffentlich. Speziell adressiert wird die Öffentlichkeit allerdings von den beiden Abendvorträgen: Am 21. März referiert die Tübinger Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Tanja Thomas unter dem Titel "Doing Memory als diskursive Praxis" über Resonanz und Ignoranz in medialen Öffentlichkeiten (Beginn um 18.45 Uhr) im HS 2001 der Juristischen Fakultät (Gebäude H, Universitätsstraße 24). Im selben Hörsaal spricht am 22. März ab 18.30 Uhr dann Tagungsorganisator Keller selbst über "Diskurs und Gewalt".

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Tagungshomepage mit weiteren Informationen und ausführlichem Programm zum Download:

http://www.diskurswissenschaft.de

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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Reiner Keller, reiner.keller@phil.uni-augsburg.de
Dr. Saša Bosančić, sasa.bosancic@phil.uni-augsburg.de

Lehrstuhl für Soziologie
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon: 0821/598-4074