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UPD 40/19 - 26.03.2019                                 Meldung als pdf

Von van Kessels kuriosen Tieren, (Not-)Lügen, Hochleistungsmaterialien und von einem oberbayerischen Sechsfachmord

Am 4. April 2019 startet wieder der alljährliche „Wissenschaftsexport“ der Universität Augsburg auf den „Königsbrunner Campus“


KCampusAugsburg/Königsbrunn/KPP – Wie immer beginnt das Semester auf dem "Königsbrunner Campus" schon früher als auf dem Campus der Universität Augsburg. Während es auf letzterem für die Studentinnen und Studenten und auch mit den Angeboten für die interessierte Öffentlichkeit erst nach Ostern wieder richtig losgehen wird, startet der Vorlesungsbetrieb zwölf Kilometer südlich im benachbarten Königsbrunn bereits am 4. April: Zum Auftakt des "Königsbrunner Campus 2019" wird dort im Informationspavillon 955 (Alter Postweg 1, 86343 Königsbrunn) der Kunsthistoriker Dr. Robert Bauernfeind über "Jan van Kessels kuriose Welt der Tiere“ vortragen.

Von Jan van Kessels kurioser Welt der Tiere ...

Im Werk Jan van Kessels (1626–1679) nimmt die Darstellung exotischer Tiere einen besonderen Rang ein. Der Maler übernahm zahlreiche Tierfiguren aus der zeitgenössischen Naturgeschichte und aus der flämischen Barockmalerei und übertrug sie in neue erzählerische Zusammenhänge. Damit schuf er eine oft bizarr anmutende Tierwelt, deren Bedeutung nur mit der Kenntnis zeitgenössischer Untergattungen der Malerei bestimmt werden kann. So erscheinen van Kessels Tiere als Repräsentanten des Fremden und als Anspielungen auf Konflikte. Bauernfeld wird in seinem Vortrag auch zeigen, wie die präzise Darstellung der Tiere dazu beitrug, die Malerei als Wissenschaft erscheinen zu lassen, als eine Kunst gewissermaßen, die von ihrer intellektuellen Konzeption mehr lebt als von ihren handwerklichen Anforderungen. Van Kessel bekräftigte so ein Ansehen, das von den niederländischen Malern der Zeit eingefordert wurde.

... über die Wahrhaftigkeit und Hochleistungsmaterialien bis nach Hinterkaifeck

Wenn dann auch auf dem Augsburger Campus das Sommersemester allmählich in Gang kommt, wird am 25. April Dr. Maria Schwartz, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie mit Schwerpunkt Ethik, unter dem Titel „Wahrhaftigkeit ist erhaben“ dem Königsbrunner Publikum Einblicke in die aktuelle ethische Diskussion über das Verhältnis von Lüge, Notlüge und Aufrichtigkeit geben.

Am 26. September, wenn wegen der vorlesungsfreien Zeit auf dem Augsburger Campus wieder eher weniger los sein wird, wird Dr. Judith Moosburger-Will im Königsbrunner Informationspavillon über faserverstärkte Carbon-, Glas-, und Keramik-Werkstoffe berichten, zu denen am Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg geforscht wird.

Und wenn dann am 7. November auch auf dem Campus der Universität wieder Wintersemester-Hochbetrieb eingekehrt sein wird, konfrontiert die Ethnologin Birte Marei Bambusch-Groetzki die „Studierenden“ auf dem „Königsbrunner Campus“ mit einer Mord(s)geschichte: Wie und warum wurde und wird der Sechsfachmord von Hinterkaifeck des Jahres 1922 medial so inszeniert, wie er inszeniert wurde und wird?

Ein seit sechs Jahren gelingende Wissenschaftskommunikation

„Unser ‚Königsbrunner Campus’ erweist sich nunmehr schon seit mehreren Jahren als ein Veranstaltungsformat, das in der Zivilgesellschaft unserer Stadt und der umliegenden Gemeinden erfreulichen Zuspruch findet.“ Dies sagt Ursula Off-Melcher, die Leiterin des Königsbrunner Kulturbüros, auf deren Initiative die seit sechs Jahren bewährte Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg zurückgeht. Mit Präsidentin Prof. Dr. Doering-Manteuffel, die ihre Kooperationsidee 2013 engagiert aufgegriffen hat, teilt sie die Freude über den anhaltenden Erfolg und darüber, dass sich gerade hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus unterschiedlichsten Disziplinen dafür engagieren, den "Königsbrunner Campus" mit authentischen Einblicken in ihre aktuellen Forschungsprojekte nicht minder anspruchsvoll als spannend und verständlich gestalten. "Aus meiner Sicht", so Doering-Manteuffel, "ist dies ein kleines, aber hervorragendes Beispiel gelingender Wissenschaftskommunikation, wie wir sie als Universität für unseren Rückhalt in der Gesellschaft allgemein, aber eben gerade auch bei den Bürgerinnen und Bürgern unserer Region brauchen."

Mit www.uni-augsburg.de/veranstaltungen immer auf dem Laufenden

Was die Universität Augsburg im kommenden Sommersemester allen an Wissenschaft und Forschung made in Augsburg Interessierten vor Ort – sei es auf dem Campus, in der Stadt oder in der Region – an Vorträgen, Vortragsreihen und Ringvorlesungen zu bieten haben wird, findet man – teils jetzt bereits und fortlaufend aktualisiert – unter http://www.uni-augsburg.de/veranstaltungen

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Termine und Veranstaltungsort:

Die vier Vorträge am 4. und 25. April sowie am 26. September und 7. November 2019 beginnen jeweils um 19.00 Uhr im Informationspavillon 955, Alter Postweg 1, 86343 Königsbrunn. Der Eintritt ist frei, Platzreservierungen sind nicht möglich.